Wer mehr Müll produziert, soll mehr bezahlen. Das sei fairer gegenüber denjenigen, die jetzt schon ihren Müll trennen oder grundsätzlich vermeiden, erklärt Schöffe Guido Deutz von Ecolo. Mit Uns hält dagegen: Oft seien es Haushalte mit geringem Einkommen, die gezwungen seien, günstige und stark verpackte Produkte zu kaufen.
Ab 2027 wird es für die Bürger eine Grundgebühr für die Müllentsorgung geben. Darin enthalten sind 50 kg Restmüll und 25 kg Biomüll. PMK und Karton bleiben weiterhin frei. In Raeren fallen pro Kopf im Jahr aber durchschnittlich 130 kg Müll an. Das macht deutlich, dass die Kosten für die Müllentsorgung steigen. Wie viel genau und welche Hilfen es für Härtefälle geben wird, steht noch nicht fest. Aber, so Bürgermeister Mario Pitz: Auch beim "Sacksystem" wären die Gebühren gestiegen.
Der Restmüll wird wegen der Tonnen künftig von Intradel, bzw. einem Subunternehmen eingesammelt und nicht mehr von Bisa. Die Opposition kritisiert, dass der Sozialbetrieb mit Raeren einen wichtigen Kunden verliert und Intradel kaum deutschsprachiges Personal hat.
Sowohl Mit Uns als auch die SPplus-Fraktion stimmten gegen die Änderung bei der Müllentsorgung.
Neue Heizung für das Töpfereimuseum
Das Töpfereimuseum in der Burg Raeren erhält eine neue Heizung. Derzeit ist im Museum eine Elektroheizung im Einsatz. Sie soll durch eine modernere Variante ersetzt werden. Dies sei weiterhin die wirtschaftlichste Lösung, erklärt die Mehrheit im Raerener Gemeinderat. Ein Gutachten habe ergeben, dass sich eine Wärmepumpe in dem alten und schlecht isolierten Gebäude nicht rentiere. Außerdem würde eine Wärmepumpe zusätzliche Umbaukosten verursachen.
Die Opposition von Mit Uns wirft dem Gemeindekollegium vor, alternative Heizungsmodelle nicht ausreichend geprüft zu haben und jetzt unter Zeitdruck entscheiden zu müssen. Diesen Vorwurf weist die Ratsmehrheit zurück.
Schule Driesch
Die Gemeindeschule Raeren Driesch benötigt neue Fassadenplatten. Die alten haben sich gelöst, so dass Wasser eingedrungen ist. Auch die Unterkonstruktion muss erneuert werden, so dass sich die Gesamtkosten auf rund 135.000 Euro belaufen.
Radweg Eynattener Straße
Auf der Eynattener Straße in Raeren soll auf einem Teilabschnitt ein Radweg entstehen. Er führt dann von der Kreuzung Hauptstraße bis Vergefenes. Jetzt hat sich herausgestellt, dass wegen des Radwegs auch die Straße auf der vollen Breite neu asphaltiert werden muss. Die Wallonische Region bezuschusst sowohl den Radweg als auch die Straßenasphaltierung. Dennoch kritisiert die Mit-Uns-Opposition das gesamte Projekt.
Jeder Meter Radweg koste bisher über 1430 Euro, rechnet Christoph Baum vor. Weil Mit Uns den Radweg auf der Eynattener Straße ablehnt, stimmte die Fraktion auch gegen die Asphaltierung der Straße.
Olivier Krickel