Frühmorgens, bei kühler Wiese und guten Sichtbedingungen, suchen die Ehrenamtlichen Felder systematisch ab. Ihre Drohne arbeitet nach Festlegung des Einsatzradius weitgehend autonom und spürt Wärmequellen zuverlässig auf. Ziel ist es, den qualvollen Mähtod zu verhindern.
"Die heißen Phasen sind halt Mai und Juni. Dann setzen die Rehe ihre Kitze. Und die haben in den ersten zwei Wochen den Instinkt, sich nicht zu bewegen. Die ducken sich weg. Wenn dann ein Bauer mit seiner großen Mähmaschine kommt, dann hat so ein kleines Leben keine Chance mehr", so Sebastian Schallenberg von der KiWi e.V. Aachen.
Die Nachfrage ist groß, auch weil der Service für Landwirte kostenlos ist. Früher wurden Wiesen gelegentlich von Menschen abgesucht, heute ermöglicht die Technik deutlich effizientere Einsätze. "Früher wurde das eher ganz selten gemacht. Da ist man als Kette durch die Wiesen durchgegangen."
"Mit dieser Technik haben wir heutzutage eine unfassbare Möglichkeit, junges Leben zu retten. Alles was da an Lebewesen drin ist, wird definitiv entdeckt. Die Wärmesignatur gibt uns einen ganz guten Aufschluss darüber. Deswegen ist es halt super wichtig, in den frühen Morgenstunden zu fliegen, da die Wiese da noch kalt ist. Auch kleine Tiere entdecken wir damit."
Pro Saison rettet der Verein nach eigenen Angaben 30 bis 40 Rehkitze. Neben Spenden braucht es vor allem Helfer, die früh aufstehen. Für Drohnenpilot Vincent Blumberger ist das kein Problem mehr. "Zum einen ist es die Drohnentechnik. Das macht mir seit Jahren viel Spaß. Das hiermit zu verbinden, finde ganz toll."
"Ich bin eigentlich gar nicht der Frühaufsteher. Aber ich war noch selten so pünktlich wie zu diesen morgendlichen Aktivitäten. Ich ernähre mich auch seit vielen Jahren vegan. Tierschutz ist für mich ein hohes Gut. Und das kann ich hier auf eine ganz neue Weise umsetzen.”
Die Einsätze enden nicht an der Grenze: KiWi unterstützt auch Landwirte in Ostbelgien.
Manuel Zimmermann






Gibt's auch in der belgischen Eifel.