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Herausforderung Grenzregion: Ministerin Eléonore Simonet besucht ostbelgischen Mittelstand

26.05.202616:1427.05.2026 - 15:20
  • Föderalregierung
  • St. Vith
Ministerin Eléonore Simonet mit Mitarbeitern bei Feka in St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF

Die ostbelgische Mittelstandsvereinigung (MSVO) hat sich am Dienstag über hohen Besuch freuen dürfen: Die föderale Aufsichtsministerin Eléonore Simonet (MR) kam nach Ostbelgien, um mit den Unternehmern und Selbstständigen über deren Sorgen und Nöte in einer Grenzregion zu sprechen.

Fremd ist ihr die Region nicht, schließlich war Eléonore Simonet schon ein paar Mal hier. Beim Wiedersehen versucht sie es mit ein paar Brocken auf Deutsch, die sie sich während ihrer Studienzeit gemerkt hat. Vor allem aber will sich die gerade mal 28 Jahre alte Föderalministerin als nahbare Politikerin zeigen, die ihre politischen Vorstellungen an der Realität misst.

Auch für die Mittelstandsvereinigung MSVO und ihren Präsidenten Wilfried Rauw ist die Ministerin keine Unbekannte. "Sie ist schon zum dritten Mal in einem halben Jahr hier in Ostbelgien. Und sie merkt, wo die Probleme sind: Hier werden die Arbeiter ausgebildet, das fängt schon in der Schule an, dann folgt die Ausbildung und wenn sie qualifiziert sind, gehen sie nach Luxemburg", stellt Rauw fest. "Das liegt an den hohen Lohnnebenkosten in Belgien."

Hohe Lohnnebenkosten als Konkurrenznachteil

Die besondere Situation einer Grenzregion mit starker Konkurrenz durch die Nachbarn in Luxemburg und Deutschland beschäftigt die ostbelgischen Mittelständler darum auch mehr als der Plan der Föderalregierung für kleine und mittlere Unternehmen mit seinen 89 Maßnahmen. Eingehen wollten sie am Dienstag vielmehr "auf die Probleme, mit denen Unternehmen in einer Grenzregion zu tun haben", sagt Wilfried Rauw. "Das gilt ja nicht nur für Ostbelgien, sondern auch nach Flandern rauf oder in der Provinz Luxemburg und überall. Das wollen wir auf föderaler Ebene besser kommunizieren."

In dieser Hinsicht enttäuschte die Ministerin ihre Gesprächspartner nicht. Auch ihr gehe es darum, in Belgien ausgebildete Fachkräfte nach Möglichkeit im Land zu halten. Dazu müsse die Regierung aber die öffentlichen Ausgaben unter Kontrolle bekommen, um in der Folge die Arbeit weniger besteuern zu können.

Handschlag zur Begrüßung beim Besuch von Ministerin Eléonore Simonet bei Feka in St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Ministerin Eléonore Simonet mit Mitarbeitern bei Feka in St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Ministerin Eléonore Simonet mit Mitarbeitern bei Feka in St. Vith
Bild: Stephan Pesch/BRF
Maschinen von Feka, im Hintergrund Ministerin Eléonore Simonet mit der Besuchsgruppe
Bild: Stephan Pesch/BRF

Besuch im 90-jährigen Familienbetrieb Feka

Einen Einblick in den unternehmerischen Alltag erhielt Ministerin Simonet diesmal in dem Familienunternehmen Feka in St. Vith. Geschäftsführer Christoph Gentges zeigte ihr und den anderen Gästen, weswegen Feka für andere Betriebe eine verlässliche Anlaufstelle ist, mit Kompressoren, Pumpen, Werkzeug und sonstigem Industriebedarf. Und mit einer eigenen Werkstatt - ausgehend von dem, was sein Großvater Karl Feltes im Jahr 1936 gegründet hat.

"90 Jahre, auf diese Zeitspanne sind wir sehr stolz", sagt Enkel Christoph Gentges, dessen Sohn und Nichte inzwischen ebenfalls Verantwortung tragen: "Wir steigen in die vierte Generation ein. Ich glaube, die Zukunft ist gesichert." Zumal die neue Generation bei Feka in etwa so alt (oder jung) ist wie die zuständige Föderalministerin.

Am Dienstagabend traf Ministerin Simonet dann noch im Kino Scala in Büllingen mit vielen weiteren Mittelständlern zusammen - im Rahmen der Generalversammlung der ostbelgischen Mittelstandsvereinigung mit anschließender Podiumsdiskussion.

Stephan Pesch

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