Marco Carlucci ist der erste Gastchoreograf beim "Ballet des Jeunes". Der Solist des Theaters Krefeld und Mönchengladbach hat für sein Stück "Frida Kahlo" ostbelgische Nachwuchstalente ausgewählt. Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 25 Jahre alt und proben mehrmals pro Woche intensiv. Carlucci zeigt sich sehr zufrieden mit den Proben. "Das Erste, was ich den Jugendlichen sage: Es geht nicht darum, Schrittfolgen zu machen, sondern zu tanzen. Und das ist das Schwierigste. Sich auszudrücken, Gefühle und Musik umzusetzen - das ist mir wichtig." Nach drei Monaten der gemeinsamen Proben haben sich die Jugendlichen sehr gut entwickelt.
Marco Carlucci hat fünf weitere Mitglieder des Ballettensembles vom Theater Krefeld und Mönchengladbach für das Projekt in Ostbelgien begeistert. Die Solistin Teresa Levrini tanzt die Rolle der Frida Kahlo. Für sie und ihre Kollegen ist die Zusammenarbeit mit dem "Ballet des Jeunes" eine wertvolle Erfahrung, aber auch eine Herausforderung, vor allem was die Organisation betrifft. "Wir treten ja weiter im Theater auf und kommen in unserer Freizeit hierher, um mit den Jugendlichen zu arbeiten und auch hier alles zu geben. Die Kraft kommt aus der Zusammenarbeit, der Liebe zur Tanzkunst und zum Publikum, das uns sehen wird."
Möglich geworden ist das Frida-Kahlo-Projekt durch eine Ausbildungskooperation des Tanzzentrums Walhorn mit dem Theater Krefeld-Mönchengladbach, die ostbelgischen Nachwuchstalenten Bühnen-Praktika ermöglicht. "Die Idee der Kooperation ist auch, dass die professionellen Bühnentänzer des Theaters die Möglichkeit bekommen mit unseren Jugendlichen zu arbeiten und ihre weitere berufliche Laufbahn ausprobieren zu können, um dann vielleicht dann nach dem Bühnentanz Choreografie oder Tanzpädagogik zu machen", erklärt Anna Edelhoff, Leiterin des Zentrums "Bewegung und Tanz" in Walhorn.
Für die Jugendlichen des "Ballet des Jeunes" ist es eine ganz besondere Erfahrung, mit Profis zu tanzen. Thibaut Aussems aus Astenet schätzt das Privileg, neben der Solistin Teresa Levrini eine Hauptrolle übernehmen zu dürfen. "Am Anfang war die größte Herausforderung, dass wir uns noch nicht kannten. Aber wir haben uns immer besser kennengelernt und verstehen uns jetzt sehr gut und haben dieses Zusammenspiel gefunden. Auch einige Schritte waren neu für mich. Es ist ein anderer Tanzstil als ich gewohnt bin."
Die neue Bewegungssprache musste auch die 15-jährige Liv Henz aus Walhorn erarbeiten. Sie tanzt die junge Frida Kahlo, ihre erste größere Rolle. "Das ist auf jeden Fall eine große Ehre, die Frida tanzen zu dürfen. Es ist auch viel Arbeit. Aber ich bin sehr froh, die Chance zu bekommen."
Ein Bindeglied zwischen den Jugendlichen und den Berufstänzern ist Anna Jakobs. Im Rahmen der Kooperation bekam sie für ein Jahr ein Engagement im "Jungen Theater" in Mönchengladbach. Sie versucht, ihre Erfahrung weiterzugeben. "Weil ich auch im Theater täglich neu dazulerne und viele Tipps bekomme, die ich umsetzen kann. Wenn ich sehe, dass sie Schwierigkeiten haben, biete ich meine Hilfe an. Ich sehe auch, dass viele hier wachsen an der Arbeit und der Kooperation."
Und die Zusammenarbeit ist noch nicht beendet. Es stehen noch einige Proben an bis zur Premiere am 19. Juni in der Eastbelgica Event Location in Eupen. Dort wollen sich dann auch offizielle Vertreter aus Mönchengladbach und der DG das Ergebnis des grenzüberschreitenden Tanzprojektes ansehen.
Infos zu den Aufführungen in Eupen gibt es auf der Webseite des Tanzzentrums, Tickets bei Eastbelgica.
Michaela Brück




