Bei einer Baustellenbegehung an der Rennstrecke Spa-Francorchamps ist am Mittwoch der Stand der Arbeiten bei den laufenden Infrastrukturprojekten vorgestellt worden. Gezeigt wurde unter anderem die neue Fußgängerbrücke über die Strecke mit Blick auf die Raidillon-Kurve. Die "Passerelle" soll den Zuschauerfluss und den barrierefreien Zugang zum inneren Bereich der Strecke verbessern.
"Die Passerelle ist wichtig für das Zuschauer-Erlebnis", sagt die technische Direktorin Elisabeth Guillaume. "Es ist eine neue Emotion für die Besucher. Auf der Passerelle spürt man noch besser die Geschwindigkeit, mit der Ideallinie zwischen Source und Raidillon. Wir sind gespannt, was die Besucher davon halten, ob sie sich von diesem Geschwindigkeitsfieber anstecken lassen." Bei größeren Veranstaltungen könnte allerdings die Sicht versperrt werden - oder die Brücke für die Dauer der Rennen ganz geschlossen werden, um dort keinen Stau zu verursachen.
Die neue Passerelle ist mit dem "Uhoda-Turm" verbunden, dem Nachfolger des Uniroyal-Turms, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Der Vorgängerbau war erst im Oktober abgerissen worden. Mitte Juni soll das Gebäude bezugsfertig sein. Der neue Turm ist 30 Meter hoch und bietet ebenfalls Blick auf die Strecke. Die einzelnen Etagen sollen an Unternehmen oder Vereine vermietet und als Logen benutzt werden.
Wichtig war der Rennstrecke, alt und neu zu verbinden. "Vor dem Uniroyal-Turm gab es ja schon den Englebert-Turm. Wir haben entschieden, in den neuen Uhoda-Turm beide Uhren zu integrieren: die vom Englebert-Turm und die digitale Anzeige mit Temperatur- und Datumsanzeige vom Uniroyal-Turm."
Historischer Charakter
Auch beim neuen Eingangsbereich spielt der Erhalt bestehender Bausubstanz eine Rolle. Der frühere Bauernhof "Ferme Foguenne" bleibt teilweise erhalten. In dem alten Teil entstehen Büros für rund 30 Mitarbeiter der Rennstrecke. Auch Sicherheitskräfte und Polizei sind weiter dort untergebracht. Ergänzt wird der Komplex durch einen modernen Gebäudeteil mit Glasfassade. Dort ist unter anderem ein Büro der Touristeninformation vorgesehen.
"Wir haben hier Gebäude, die aus Kulturerbe-Sicht sehr interessant sind", sagt Guillaume. "Darunter auch die Ferme Foguenne. Unser Ziel war es, sie zu renovieren – mit modernem Touch, weil es um die Zukunft der Strecke geht. Aber auch, indem wir die alten Bruchsteine wiederverwenden. Also ein modernes Gebäude mit einem Hauch von Geschichte."
Passenderweise wurde der Stand der Bauarbeiten an zweiten Prolog-Trainingstag für das 24-Stunden-Rennen vorgestellt. Offiziell eingeweiht werden sollen die neuen Anlagen am Rennwochenende der 24 Stunden Ende Juni.
Katrin Margraff














