Auf einer saftig grünen Wiese in Hombourg lassen sich die dunkelbraunen Galloway-Rinder das Gras richtig schmecken. Und das ist es, was das Besondere ausmacht, erklärt Michael Dahlen vom Gut "Biofrisch Emmerich". "Die Fleischproduktion ist bei uns im Betrieb ausschließlich auf Grünland, auf Gras, basiert. Die Kuh ist der optimale Verwerter von Gras, wir Menschen können mit Gras nichts anfangen. Die Kuh frisst Gras und macht daraus wertvolle Nahrungsmittel wie Milch und Fleisch."
Der Hof von Michael und seiner Frau Anne liegt einige Kilometer von den Galloway-Weiden entfernt in Lontzen. Vor 25 Jahren haben sie hier komplett auf Bio umgestellt. Auch Kreuzungsrinder gibt es hier. Verkauft wird das Fleisch in der Regel online. Anne bereitet in der heimischen Garage die Bestellungen vor.
Seit Kurzem ist der Familienbetrieb Mitglied des Netzwerkes "Made in Ostbelgien". Damit verbunden sind klare Erwartungen. Anne Hagemann hofft auf eine bessere Sichtbarkeit. "Obwohl man doch einen großen Freundeskreis hat und man es schon so viele Jahre macht, wünscht man sich doch, dass wir etwas mehr bekannt werden, dass die Leute öfters mal bestellen und sehen, was alles dahinter steckt in so einem Paket Fleisch".
39 Mitglieder zählt "Made in Ostbelgien" mittlerweile. Es ist eine echte Erfolgsgeschichte für das Standortmarketing und ein echter Mehrwert für die Produzenten. So auch für Yvonne Collette aus Bütgenbach. Vor einem Jahr startete sie mit dem Anbau von Rhabarber. 1.500 Pflanzen hat sie gemeinsam mit ihrem Mann auf dem Feld hinterm Haus gepflanzt.
Daraus entsteht Rhabarber-Nektar. "Der ist ohne Farbstoffe, hat 55 Prozent Fruchtanteil, 45 Prozent Wasser und 4,6 Prozent Gramm Zucker pro 100 Gramm", erklärt die 35-Jährige stolz. Dieses Jahr rechnet Yvonne mit 13.500 Flaschen Nektar. Gepresst wird der Rhabarber in einer Mosterei in Battice.
Doch das soll erst der Anfang der Rhabarber-Geschichte sein. Ziel ist, schon bald einen eigenen großen Bauernhof zu bewirtschaften, "um mehr Rhabarber-Pflanzen zu pflanzen und unser ganzes Sortiment auf jeden Fall selbst herstellen zu können. Lokal und regional".
Zu haben ist der Rhababer-Nektar von Yvonne auch in der Boutique Belicious in Bütgenbach. Rein belgische Produkte gibt es hier. Viele stammen direkt aus Ostbelgien. "Auf jeden Fall ist es auffällig, wie breit die Palette ist", sagt Daniel Niessen, der für das Ministerium der DG arbeitet und die Marke "Made in Ostbelgien" betreut.
"Sie reicht von der Fleischproduktion mit verschiedenen Metzgern über die Brotproduktion bis hin zu so ausgefallenen Produkten wie Whisky, der in Ostbelgien verarbeitet wird. Mit dabei sind auch der Rhababer-Nektar und verschiedene Käseproduzenten".
Mitglieder von "Made in Ostbelgien" bekommen durch das Label vor allem eine gute Sichtbarkeit. Doch es geht nicht nur um Marketing, sondern auch darum, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. "Es geht darum, dass der lokale Konsum gefördert wird. Das ist gut für die Umwelt, die Nachhaltigkeit und die Wertschöpfung in der Region", sagt Daniel Niessen.
Aus der Region, für die Region. Vom Feld direkt zum Konsumenten. "Made in Ostbelgien" möchte daran mitarbeiten.
Simonne Doepgen









