Die Chihuahua-Mischlinge Bella und Aria hüpfen Tierpflegerin Alice auf den Schoß. Vor knapp drei Wochen wurden die Hunde im Eupener Tierheim abgegeben. Doch die VoG steckt in Schwierigkeiten. In der Kasse fehlen rund 70.000 Euro. Pro Jahr. Jeder Tag, den die Kleinen hier verpflegt werden, kostet.
"Also in der Regel kann man zehn bis 20 Euro pro Tag rechnen. Und wir haben halt Hunde, die jetzt schon zwei Jahre da sind. Da dauert die Vermittlung länger und der Tierarzt kommt ja regelmäßig. Medikamente, Entwurmen, Entflohen, das Chippen, manche Hunde müssen operiert werden und da sind wir halt auf Spenden angewiesen, dass alles finanziert werden kann", erklärt Tierpflegerin Alice Kelleter.
Den Einnahmen von 268.605 Euro stehen Ausgaben von 348.270 Euro gegenüber. Gregor Junk bereitet all das Kopfzerbrechen. Der Geschäftsführer der VoG versucht die Finanzlage zu retten. Dazu wurde bereits einem Tierpfleger gekündigt und auch er selbst schraubt seinen Job zurück. Von einer 80-Prozent-Beschäftigung auf künftig 50 Prozent.
"Im Grunde ist das Problem, dass wir gesetzlich immer mehr Auflagen bekommen, um ein Tierheim zu betreiben. Anderseits steigen aber nicht die Einnahmen strukturell durch Zuschüsse oder andere Dienstleistungen. Und wir sind dementsprechend gezwungen, neue Wege zu gehen. Aber das braucht natürlich seine Zeit und wir hoffen, dass das in den nächsten zwei Jahren stärker zum Tragen kommt, damit wir uns ein bisschen unabhängiger machen, insbesondere von Erbschaften. Dass wenn die Erbschaften mal ausbleiben, wir nicht immer in akute Not geraten", sagt Gregor Junk. Zum dritten Jahr in Folge würden wichtige Einnahmen aus Erbschaften fehlen, erklärt Gregor Junk.
Eine neue Kampagne richtet sich direkt an die Bevölkerung. Jeder Euro werde gebraucht. Wer mag, kann online spenden oder sich für den Tierrettungsfonds einsetzen: "Im Grunde ist das eine Patenschaft für Not leidenden Tiere bei uns. Sobald eine größere Operation ansteht, können wir dann über die Finanzmittel die Operation direkt bezahlen, sodass das Tier eben nicht warten muss, bis wir das notwendige Geld zusammen haben."
Zusätzliche Einnahmen soll auch der neue Shop bringen: Ab Juni ist das kleine Geschäft direkt am Eingang des Tierheims Am Busch in Kettenis geöffnet. So lange packen auch die Ehrenamtlichen mit an. Hanno zum Beispiel: Regelmäßig führt er den Amstaff-Mischling Izzy aus. Die beiden seien mittlerweile ein gutes Team, freut sich Hanno. Izzy soll in die BRF-Kamera gucken. Und tatsächlich: Izzy schnüffelt und gibt Küsschen. So lässt sich doch vielleicht ein neues Zuhause finden, motiviert Hanno seinen Schützling. Darauf komme es ja schließlich an.
Simonne Doepgen














