Wegen des systematischen Betrugs an einem blinden Mann hat das Strafgericht in Verviers ein Ehepaar zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Wie das Gericht jetzt entschied, muss der 79-jährige Hauptangeklagte für vier Jahre hinter Gitter. Seine Ehefrau erhielt eine dreijährige Bewährungsstrafe.
Das Paar hatte das Opfer über ein Jahrzehnt lang finanziell ausgebeutet und dabei einen Schaden von rund 300.000 Euro angerichtet. Seit 2010 hatte sich das Paar aus Amay als "Alltagshelfer" für den in Verviers lebenden ehemaligen Postboten ausgegeben. Während das Opfer völlig verarmte und ihm sogar die Räumung seiner Sozialwohnung drohte, finanzierte sich das Paar von dem unterschlagenen Geld ein luxuriöses Leben. Unter dem Vorwand der Unterstützung verschafften sich die Verurteilten Zugriff auf die Finanzen des Opfers.
Die Liste der Vorwürfe umfasste Urkundenfälschung, Betrug und Unterschlagung. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das Vorgehen als "skrupellos" und betonte die besondere Schwere der Tat aufgrund der Hilflosigkeit des Opfers.
meuse/mz