Der Royal Auto Moto Club Eupen (RAMCE) feiert einen Meilenstein: Seit einem Jahrhundert prägt der Verein das gesellschaftliche Leben und den Sport in der Weserstadt. Am 15. und 16. August markiert eine große Jubiläumsausstellung in der Eastbelgica Eventlocation den Höhepunkt des Festjahres.
"Wir werden dort Sachen ausstellen, die höchstwahrscheinlich noch nie jemand gesehen hat", erklärt Vereinspräsident René Opsomer. Neben historischen Fahrzeugen bereichern digitalisierte Super-8-Filme die Schau. Die seltenen Aufnahmen zeigen eine Zeit, in der Motorsportveranstaltungen bis zu 10.000 Zuschauer nach Eupen lockten.
Vom elitären Zirkel zum Volksverein
Was 1926 als exklusives Hobby für wenige Privilegierte begann, hat sich längst gewandelt. Heute zählt der Club konstant etwa 125 Mitglieder - vom Siebenjährigen bis zum Senior. Dass man für die Mitgliedschaft weder Auto noch Führerschein benötigt, beweist Opsomer durch seine eigene Biografie: Er trat bereits mit 15 Jahren bei und fuhr damals mit dem Fahrrad zu den Treffen.

Kulturelles Engagement im Fokus
Der RAMCE versteht sich heute als fester Bestandteil des Eupener Kulturlebens. Viele lokale Traditionen haben ihren Ursprung im Club. Laut Opsomer wissen viele Bürger gar nicht, was alles aus dem Motorsport entstanden ist: "Die jährliche Seniorenausfahrt, die Karnevalspolizei, Seifenkistenrennen und verschiedene Karnevalsaktivitäten sind aus dem Club entstanden."
In der Frage nach der Zukunft zeigt sich der Verein gespalten, aber traditionsbewusst. Während E-Mobilität und Hybridantriebe auch im Club Einzug halten, schlägt das Herz der meisten Mitglieder weiterhin für den klassischen Verbrennungsmotor.
Manuel Zimmermann