Karin Laschet ist Kräuterexpertin und lebt von der Natur rund um ihre Seminarküche. Per Zufall machte sie vor ein paar Jahren Bodenproben und schickte sie ins Labor. "Da kamen nicht so tolle Ergebnisse bei raus. Ein ziemlicher Schock. Zink, Blei und Cadmium sind ganz am Ende vom roten Bereich."
Ohne Anpassungen hätte Karin Laschet ihren Garten aufgeben müssen. "Die ganze Familie hat dann angepackt und die verseuchte Erde aus den Hochbeeten geholt. Dann haben wir da Vlies rein gelegt und saubere Erde aufgefüllt."
Schwermetalle werden über die Wurzeln in die Pflanzen aufgenommen. So gelangen die giftigen Stoffe in menschliche Nahrung. "Das Tolle ist, alles, was Fruchtgemüse ist, wie zum Beispiel Zucchini, Tomaten, nimmt keine Schwermetalle auf. Aber alles, was ziemlich Tief mit Wurzeln in der Erde ist, wie Rote Beete oder Zwiebeln, nimmt die Metalle auf."
Seit sie das weiß, passt die Gärtnerin ihren Pflanzplan an. Gefährdetes Gemüse kommt in Hochbeete mit sauberer Erde, ungefährdetes in einen anderen Bereich oben in ihrem Garten. "Hier haben wir die ganze belastete Erde hingetan. Sie war zu schade, um sie wegzuwerfen, deshalb ziehe ich jetzt hier Tomaten." Und das Modell hat Erfolg. Laboranalysen bestätigen, dass ihr Gemüse nicht mehr belastet ist.

In der DG kommen Schwermetalle wie Zink, Blei oder Cadmium vor allem in der Gegend um Kelmis im Boden vor. Was einst Minenbesitzer reich gemacht hat, macht heute Menschen, die von diesen Böden leben, arm.
Auch das Geschäftsmodell von Karin Laschet stand auf der Kippe, denn sie bietet zahlreiche Seminare rund um Wildkräuter an. Nach der Erfahrung in ihrem Garten ließ sie auch die Wildkräuter im Labor testen, denn Blätter und damit auch Kräuter nehmen eigentlich Schwermetalle auf. "Zu meiner großen Überraschung hat sich dann raus gestellt, dass die Wildkräuter keine Schwermetalle aufnehmen. Sie müssen über die Jahrtausende, die sie hier wachsen, wohl irgendein System entwickelt haben, dass die Giftstoffe fern hält."
Anne Kelleter