Nicht nur am weißlackierten Holzgeländer der Treppe, die in den ersten Stock führt, sind ein paar Gebrauchsspuren zu erkennen. Kein Wunder: Das Gebäude, in dem bis vor Kurzem die Polizeidienststelle Büllingen untergebracht war, stammt aus den 1950er Jahren.
Seit dem Umzug in die neue Wache auf Morsheck steht das Gebäude an der St. Vither Straße leer. Doch die Planungen für die künftige Nutzung sind bereits angelaufen. Dabei beginne man gewissermaßen auf einem weißen Blatt Papier, sagt Bauschöffe Andreas Pflips.
In der Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche wurde entschieden, dass ein Projektautor bestimmt wird, "um diesen vorhandenen Platz umzubauen in drei Notaufnahmewohnungen", erklärt er. Vorgesehen sind eine etwas größere und zwei kleinere Wohnungen. Und: Die Fahrzeuge des Dienstes "Essen auf Rädern" sollen in dem Gebäude in zwei Garagen Platz finden.
Zudem ist vorgesehen, die ehemalige Wohnung des Polizeikommandanten, die sich im hinteren Bereich des Gebäudes befindet und die zuletzt auch für die Polizeiarbeit genutzt wurde, wieder in Wohnraum umzuwandeln.
Wann die Arbeiten beginnen, ist derzeit noch nicht bekannt. Sobald ein Projektautor bestimmt worden ist, "können wir in die konkrete Planung reingehen", sagt Pflips. "Dann muss natürlich auch geschaut werden, in welchem finanziellen Rahmen sich das Ganze bewegen wird, dass die Gemeinde auch finanziell das Projekt stemmen kann. Diese ganzen Dinge werden dann passieren. Das heißt: Wir werden dieses Jahr keinen Baufortschritt oder irgendwelche Baumaßnahmen hier am Gebäude sehen können. Das ist dann für die Zukunft, wahrscheinlich für nächstes Jahr", betont der Bauschöffe.
Zu machen ist wohl einiges. "Wir haben einen großen Vorteil: Das Dach des Gebäudes wurde schon erneuert. Da sind wir schon mal auf der sicheren Seite", erklärt. Allerdings sei eine Menge im Bereich Energietechnik zu tun: "Das fängt bei der Heizung an, das geht über die Isolierung des Gebäudes... Fenster und Türen und so weiter, die dem aktuellen Standard der Energiebestimmungen angepasst werden müssen, damit wir danach auch einen guten Nutzen der Gebäude haben."
Unter anderem eben als Standort für Notaufnahmewohnungen. In Losheimergraben verfügt die Gemeinde bereits über solche Wohnungen. Die allerdings sind groß und eher für Familien gedacht. Doch es werden ebenfalls kleinere Wohnungen benötigt, um etwa Einzelpersonen unterbringen zu können.

"Notaufnahmewohnungen sind speziell gedacht für Leute, die in kurzer Zeit unfreiwillig obdachlos geworden sind", erklärt ÖSHZ-Präsidentin Veronika Mausen. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die sich in einer Trennungssituation befinden oder deren bisherige Wohnungen wegen eines Brand- oder Wasserschadens vorläufig nicht nutzbar sind.
"Wichtig ist aber auch dieser Standort, da vor allem da der Bedarf groß ist, zentralen Wohnraum zu schaffen für die Notsituationen, weil die Personen oft in der Situation sind, dass sie nicht mobil sind, kein Auto haben", sagt sie. Unmittelbar vor dem ehemaligen Polizeigebäude liegt eine Bushaltestelle, die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist also gegeben.
Und auch die Nähe zum Gemeindehaus und somit zum ÖSHZ wird als Vorteil angesehen. Denn: Das dürfte die soziale Begleitung vereinfachen. Ebenfalls Gegenstand der Planungen ist, in dem ehemaligen Polizeigebäude einen vielseitig nutzbaren Versammlungsraum einzurichten.
"Der soll aber generell für soziale Zwecke genutzt werden", so Mausen. So könnte das Schulzentrum Versammlungen in einem solchen Raum abhalten oder es könnten Sprachkurse stattfinden.
Einst wurde das Gebäude an der St. Vither Straße für die Gendarmerie errichtet. Die ehemalige Wache bleibt im Dorfbild erhalten - nur künftig eben rundumerneuert und in neuer Nutzung.
Moritz Korff











