Distanzen zu Wohnhäusern oder schützenswerte Natur: Das sind die üblichen Streitpunkte, wenn es darum geht, einen Windpark zu bauen. In Raeren ist es am Ende eine Funkstrecke, die durch die enorm großen Windräder gestört werden könnte.
"Es geht da um eine Funkstrecke eines Börsenfunkunternehmens, das Börsenwerte in Echtzeit zwischen London, Brüssel und Frankfurt hin- hertransportiert", erklärt Bürgermeister Mario Pitz. "Jeder Betreiber bekommt eine Funkstrecke mit gewissem Pufferbereich zugestanden. Der Dienstleister war vielleicht zufrieden, aber der Puffer ist dann noch mal etwas erhöht worden durch den föderalen Frequenzverwalter, der dann gesagt hat, besser die zwei Windräder um 20 oder 30 Meter versetzen. Also hier sieht man die Dimension der Lösung, die auch ergriffen werden kann, aber die nicht in die Genehmigung eingearbeitet werden konnte."
Am Ende scheiterten die beiden strittigen Windräder also an 20 bis 30 Metern. Raeren und Engie als Betreiber des künftigen Parks wollen jetzt die Windräder so versetzen, dass sie keine Funkstrecke mehr stören. Dafür müssen diese Windräder aber noch einmal das volle Genehmigungsverfahren durchlaufen. "In der ersten Analyse ist uns nicht bekannt, dass es verkürztes Verfahren gibt. Die Genehmigungsverfahren für Windräder sind doch recht lang. Das hängt dann vom guten Willen aller Beteiligten ab. Die meisten Gutachten sind geschrieben. Also es ist eigentlich sehr verwunderlich, dass man in solchen Verfahren keine Toleranzen einbaut juristisch."
Eine Ernüchterung, auf die man gerne verzichtet hätte. Ob jetzt schon die Bagger für drei Windräder rollen oder nicht, wird sich erst nach einer gründlicheren Analyse der neuen Umstände zeigen. In jedem Fall verzögert sich das Projekt um weitere Monate. "Drei Räder könnten theoretisch gebaut werden. Da muss man jetzt auch die Wirtschaftlichkeit betrachten, ob das so wirtschaftlich ist, schon eine Baustelle zu eröffnen oder besser die Genehmigung für alles in der Tasche zu haben. Das kann leider etwas dauern."
Trotzdem bleibt Mario Pitz optimistisch. Denn der wichtige Partner Engie hält weiterhin an dem Projekt fest. "Also in den Kontakten mit den Ingenieuren sind sie frohen Mut, es weiterzumachen. Sie sehen das als Teilerfolg, bleiben alle im Boot und machen weiter an diesem Projekt."

Olivier Krickel
Dass die “Energiewende” ein Irrweg ist können die Raerener Gemeinderäte aktuell beim Blick aus dem Fenster sehen. Die Windräder im Windpark „Münsterwäldchen“, direkt nebenan, stehen still, aus dem Wind gedreht, wegen dem PV-Mittagspeak im Deutschen Stromnetz. Jetzt will man in Raeren unbedingt noch 5 Windräder daneben stellen die bei dieser Wetterlage auch aus dem Wind gedreht werden; die Physik ist dieselbe auf beiden Seiten der Grenze. Wieso sind die Kommunalpolitiker so ideologisch verblendet? Glauben sie wirklich sie retten das Klima oder füllen damit die Gemeindekasse? Oder heulen sie nur mit den (grünen) Wölfen und verstehen gar nicht was sie da tun....