Mit gemischten Gefühlen blicke er auf seinen 75. Geburtstag, sagt Bischof Jean-Pierre Delville. Nach 13 Jahren Verantwortung sei er erleichtert, bald in den Ruhestand gehen zu können. Er sei aber auch dankbar für die Initiativen, die er auf den Weg bringen konnte. Besonders am Herzen liegt ihm der interreligiöse Rat mit Juden und Muslimen. Wichtig ist ihm auch das Mitspracherecht der Frauen im Bischofsrat. Sie stellen in dem zuvor rein männlichen Gremium nun die Hälfte der Mitglieder.
Froh ist Bischof Delville auch, dass während seiner Episkopats mehr Kirchen wiedereröffnet als geschlossen wurden und dass man Lösungen zur Zukunft von Kirchengebäuden finde. Jüngstes Beispiel: Limbourg, wo die restaurierte Kirche für Gottesdienste und Kultur genutzt werden kann.
In der 13-jährigen Amtszeit habe es aber auch schwierige Momente gegeben: das Hochwasser 2021, die Corona-Epidemie und - besonders schmerzhaft - die Missbrauchsfälle.
Trotz Krisen und Herausforderungen sieht Bischof Delville das Bistum Lüttich auf einem guten Weg. Die religiöse Praxis nehme wieder zu. Die Zahl der Taufen und Kommunionen sei gestiegen.Vor allem junge Menschen der Generation Z suchten in Zeiten von Kriegen und ökologischer Krise wieder spirituelle Orientierung im Evangelium.
Beeindruckt zeigte sich Bischof Delville von den Firmungen am Sonntag in Amel. 50 Jugendliche hätten sich dort firmen lassen. Bei der Feier mit 500 Gläubigen habe er eine große Begeisterung gespürt.
Auch das stellt Jean-Pierre Delville zufrieden fest: Das finanzielle Gleichgewicht der Diözese sei wieder hergestellt. Dennoch bleiben Herausforderungen für seinen Nachfolger. Wer das sein wird, entscheidet der Papst. Das kann mehrere Monate dauern. Bis dahin läuft im Bistum Lüttich alles normal weiter.
Michaela Brück