Vor der ersten Fahrt heißt es: Technik verstehen. Auch Thomas Faust aus Recht hört genau zu. Für ihn ist das Experiment ein Praxistest. "Ich habe selber noch kein E-Bike. Das ist eine super Gelegenheit, das zu testen. Ich wohne in Recht, da geht es immer sofort bergauf. Mit einem normalen Fahrrad ist das ein bisschen anstrengend. Ich möchte auch sehen, welche Alternativen es zum Auto gibt."
Caroline Scholl aus St. Vith nutzt die Aktion gezielt, um ein neues Modell auszuprobieren: "das Ausprobieren von einem Long Tail." Sie fährt bereits regelmäßig mit dem E-Bike, sieht aber im Alltag Grenzen. "Ich fahre mit dem E-Bike zur Arbeit. Aber dann ist es schwierig, Kinder oder Einkäufe mit dem Fahrrad zu vereinen. Und weil hier die Möglichkeit gegeben wurde, etwas auszuprobieren und das Ganze noch mit einem bisschen Spiel und Spaß zu verbinden, da bin ich dabei."
Neben Praxisübungen und einer 15-Kilometer-Tour gehört auch Verkehrssicherheit zum Programm. Die Polizei frischt Regeln mit einem Quiz auf.
Für Fahr-mit-Projektleiterin Renate Toussaint geht es um mehr als nur den Verzicht aufs Auto. "Es ist nicht nur 'kein Auto fahren'. Es geht um 'anders denken'. Wie komme ich von A nach B, ohne mich automatisch in mein Auto zu setzen? Wie kann ich das anders machen?"
"Das kann mit dem Fahrrad oder zu Fuß sein. Es kann auch eine Mitfahrgelegenheit sein, mit dem Bus oder mit dem Zug. Man kann wirklich kreativ sein. Und hier im ländlichen Raum muss man auch kreativ sein, um andere Lösungen als das Privatauto zu finden", so Toussaint.
Die "Auto-Diät" soll zeigen, wie Mobilität im ländlichen Raum neu gedacht werden kann - auch mit Blick auf Kosten von durchschnittlich rund 400 Euro monatlich für ein Auto.
Und die Motivation? Teilnehmerin Caroline Scholl bringt es auf den Punkt: "Also lernen kann man immer!"
Manuel Zimmermann



