Die Kapelle von Mirfeld soll multifunktional genutzt werden können. Der Gemeinderat von Amel hat dafür den Weg frei gemacht.
Die Kapelle soll dem Musikverein "Hof von Amel" als Probelokal dienen. Dazu werden die Kirchenbänke entfernt und durch Stühle ersetzt. Der Altarraum wird durch einen Vorhang abgetrennt, die Empore verschlossen - sie dient künftig als Stauraum für die Musikinstrumente.
Im Außenbereich wird auf einem Nachbargrundstück eine konforme Kläranlage angebracht. Der Gemeinderat stimmte einer entsprechenden Vereinbarung mit einer Nachbarin zu, deren Grundstück für eine gemeinsame Kläranlage genutzt werden kann.
Laut Kulturschöffin Anna Pauels wartet der Musikverein sehnsüchtig auf einen größeren Proberaum, da die Mitgliederzahl steige und die Musiker bei Proben "wie Sardinen in der Büchse" säßen. Durch die Nutzung der Kapelle in Mirfeld wüchse die Fläche von 50 auf 80 Quadratmeter.
Laut Thomas Jacobs hat die Kapelle in Mirfeld den Vorteil, dass sie im Vergleich zu anderen Räumen schnell beheizt werden kann und zentral liegt.
Die Kapelle, die dem heiligen Quirinus gewidmet ist, gehört der Kirchenfabrik St. Hubertus Amel. Sie wiederum ist mit der multifunktionalen Nutzung einverstanden, insofern die Gemeinde die Bauherrschaft und die Kosten übernimmt. Im Haushalt sind dafür 50.000 Euro vorgesehen.
Nun müssen noch das Bistum Lüttich und die Deutschsprachige Gemeinschaft ihren Segen geben. Es werden auch weiterhin Messen in der Kapelle gelesen.
Patrick Spies meinte, von solchen Vorhaben zu einer multifunktionalen Nutzung von Kirchengebäuden könnten sich andere Ortschaften und auch andere Gemeinden eine Scheibe abschneiden.
Neue Wasserleitung entlang des Ravel
Längs des Radwanderweges zwischen Deidenberg (ab Schwarzenvenn über den Holzweg) und Montenau ("Terminus") lässt die Gemeinde über etwa einen Kilometer eine neue Trinkwasserleitung verlegen. Die Kosten werden für die Gemeinde auf 370.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) geschätzt.
Es ist nach den Worten von Bürgermeister Erik Wiesemes eines der kostenintensivsten Projekte in diesem Jahr und dient als Bypass, weil die bestehende Leitung über den "Höchst" nicht ausreicht. Der Durchmesser ist so bemessen, dass mehrere Ortschaften versorgt werden könnten. Parallel dazu wird eine Hochspannungsleitung verlegt (mit Ores), so dass die Strommasten auf den Feldern verschwinden werden.

Während der Arbeiten wird der Radwanderweg auf diesem Abschnitt gesperrt und der (Rad-)Verkehr über Schwarzenvenn umgeleitet - voraussichtlich ab September, da der Ravel während der Sommermonate nicht gesperrt werden soll.
Elke Comoth fragte, ob sich dadurch der Wasserpreis erhöhen werde. Erik Wiesemes erklärte, dass ein solches Projekt nur geringfügig Einfluss auf den geltenden Wasserpreis habe, weil es über mehrere Jahrzehnte abgeschrieben werde.
In Herresbach übernimmt die Gemeinde die Kosten für ein Sicherheitsgeländer, das im Außenbereich an der Rampe zum Alten Backhaus angebracht werden musste. Sie liegen bei 9.500 Euro. Der Bürgermeister erklärte, dass dieses Projekt nicht in den Bürgerbeteiligungsfonds falle, weil dieser nur ehrenamtliche Arbeit unterstütze, hier aber die Ausführung durch ein Fachunternehmen erforderlich sei.
Die Karnevalsgesellschaft Degdeberjer Tünnesse hat bei der Gemeinde eine gesamtschuldnerische Bürgschaft für einen Kredit von 40.000 Euro für die Umbauarbeiten an der Festhalle "Zum Tünnes" beantragt. Die Umbauarbeiten laufen derzeit. Eine solche Bürgschaft hat die Gemeinde auch schon für andere Projekte übernommen.
Die Beschützende Werkstätte "Die Zukunft" darf im Zuge ihres Bauprojektes die Erddeponie der Gemeinde kostenlos nutzen, da es sich um einen Sozialbetrieb handelt.
Nach dem Schlüssel von 1,36 Euro pro Einwohner beläuft sich der Mitgliedsbeitrag der Gemeinde Amel zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien auf 7.670 Euro. Schöffe Frédéric Arens unterstrich in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Arbeit der WFG für die Unternehmen in der Gemeinde sei.
Der kommunale Dachverband für Tourismus und Kultur erhält einen Funktionszuschuss in Höhe von 35.000 Euro. Damit werden teilweise die Lohnkosten für die Arbeitskraft im Touristinfo gedeckt.
"Klare Kante zeigen" in Sachen Provinzreform
Wie die anderen Gemeinden in der DG hat auch Amel die gemeinsame Stellungnahme zur geplanten Provinzreform der Wallonischen Region gutgeheißen. Regionalminister François Desquesnes hatte die Gemeinden aufgefordert, bis Anfang Mai Stellung zu beziehen.
Die gemeinsame Stellungnahme verweist auf die laufenden Verhandlungen zur Übertragung der provinzialen Zuständigkeiten von der Wallonischen Region an die Deutschsprachige Gemeinschaft. Die Bürgermeister der neun Gemeinden im deutschen Sprachgebiet hatten Anfang Februar beschlossen, die Anfrage des wallonischen Ministers einheitlich zu beantworten.
Elke Comoth, die als ProDG-Abgeordnete dem Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft angehört, teilte die Ansicht, dass es nichts bringe, weitere suprakommunale Einrichtungen für die Gemeinden im deutschen Sprachgebiet zu schaffen, wie es die Provinzreform der Wallonischen Region vorsehe. Patrick Spies, gleichzeitig Regionalabgeordneter für die PS/SP, sagte, es gehe darum "klare Kante zu zeigen" - auch er verwies auf die parallel laufenden Bemühungen der DG zur Übertragung der Provinzzuständigkeiten.
Holzverkauf vom Tage "überaus erfolgreich"
In der Fragestunde erkundigte sich Patrick Spies noch nach dem Ergebnis des Holzverkaufs, der am selben Tag stattgefunden hatte. Schöffe Patrick Heyen sagte, dieser Holzverkauf sei für die Gemeinde "überaus erfolgreich" verlaufen, da er für die angebotenen 12.000 Festmeter eine Summe von knapp 1,6 Millionen Euro gebracht habe.
Stephan Pesch