Ein Tuk-Tuk, auch Rickshaw genannt, ist ein kleines dreirädriges Motorfahrzeug, das in vielen asiatischen Ländern als Taxi oder Transportmittel genutzt wird. Es ist wendig, praktisch für enge Straßen - aber alles andere als bequem für lange Strecken. "Ich denke, ganz einfach gesagt: geschlaucht, aber glücklich", beschreibt Thomas Weynands das Gefühl nach der Ankunft. "Wir haben es unversehrt geschafft, und der Verkehr hier in Indien ist natürlich nicht so wie in Europa."
Tatsächlich war die Reise nicht nur lang, sondern auch kräftezehrend. Durchschnittlich etwa 35 Stundenkilometer schnell bewegte sich das kleine Fahrzeug über Straßen, durch Städte und über Umwege quer durchs Land. Trotzdem überwiegt bei beiden der Stolz. "Wir sind schon ein bisschen stolz", sagt Bobby Franzen. "Dass wir das so lange ausgehalten haben - bei den Temperaturen und bei dem Verkehr."
Die Idee zu dem Abenteuer entstand nicht spontan. Bereits 2017 kam Thomas Weynands der Gedanke, selbst einmal Tuk-Tuk zu fahren. "Wir waren beide schon in Südostasien unterwegs, aber noch nie in Indien", erzählt er. "Da dachte ich: Warum nicht dort?" Doch schnell zeigte sich: Als Tourist darf man in Indien nicht ohne Weiteres Tuk-Tuk fahren. Also machten sich die beiden auf die Suche nach einem Anbieter, der solche Rallyes organisiert. Dann kam die Pandemie dazwischen. Das Projekt lag jahrelang auf Eis. "Irgendwann haben wir gesagt: Jetzt machen wir es. Und 2026 hieß es dann endlich: ab die Post."
Für die beiden Eupener wurde schnell klar: Ein Tuk-Tuk ist nicht für groß gewachsene Europäer gebaut. Die Platzverhältnisse waren eng, der Komfort praktisch nicht vorhanden. "Wir haben mit dem Kopf fast die Decke berührt", erzählt Franzen. "Wir kamen nicht richtig ans Bremspedal." Hinzu kamen Staub, Abgase, Hitze und stundenlanges konzentriertes Fahren im dichten Verkehr.
Auch körperlich hinterließ die Reise Spuren. "Der Hintern, der Rücken und der Nacken", zählt Weynands lachend auf, als er nach den größten Schmerzen gefragt wird. "Wir saßen krumm vorne über dem Lenker, damit wir überhaupt rausschauen konnten." Gesteuert wurde dabei mit vollem Körpereinsatz: Gas geben, schalten und kuppeln mit den Händen - gebremst wurde mit dem rechten Fuß.
Neben den Strapazen bleibt vor allem das Land selbst in Erinnerung. Für beide war es der erste Besuch in Indien - und ein intensiver Eindruck. "Das ist eine totale Sinnesüberflutung", sagt Weynands. "So viele Menschen in einer Stadt haben wir noch nie gesehen." Besonders der Straßenverkehr habe sie beeindruckt. "Es gibt hier zwar Regeln, aber eher als Richtlinie. Der Stärkere gewinnt." Trotz aller Hektik sprechen beide von einer faszinierenden Reise. "Ein sehr schönes Land", sagen sie übereinstimmend - auch wenn sie bedauern, dass vielerorts viel Müll das Bild prägt.
Nach sieben Tagen im Tuk-Tuk bleibt für Thomas Weynands und Bobby Franzen vor allem eines: die Erinnerung an ein außergewöhnliches Abenteuer, das sie zum Teil an ihre Grenzen brachte. Oder, wie sie selbst sagen: geschlaucht, aber glücklich.
Radio-Interview mit Thomas Weynands und Bobby Franzen im Player:
Christophe Ramjoie

