Mit einem Gefährt, das ein bisschen einem Fahrrad gleicht, ist Konstantin Ostrovskii damit beschäftigt, jeden Zentimeter des Geländes abzugehen. "Das ist ein Magnetometer. Man misst damit die magnetischen Felder im Boden", erklärt er. "Wir haben an dem Wagen fünf Sensoren installiert. Wenn wir an metallischen Objekten vorbei fahren, sehen wir Interferenzen."
Interferenzen sind Störungen, die auf ein Objekt hinweisen. Alle Daten werden erst im Büro richtig ausgewertet und erst dort wird geschaut, ob sich eventuell Pyrotechnik im Boden befindet.
Der Aufwand wird betrieben mit Blick auf das nächste Großprojekt: das Projekt Klinik Eifel-Ardennen. Damit Überraschungen während der Bauphase ausbleiben, wird jetzt vorgesorgt, sagt Marcus Heinrichs, Projektingenieur der Klinik St. Josef. "Das Gerät kann bis zu einer Tiefe von 1,5 bis zwei Meter orten und uns wird dann nachher ein Plan übermittelt, wo eventuell Blindgänger sein könnten. Wenn wir später dann auf dem Gelände Arbeiten durchführen, können wir sagen: Achtung, hier ist eine potentielle Gefahr oder wir sind safe."
Dass etwas gefunden wird, ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Gerade das Gebiet um die Klinik ist im Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Wir haben schon eine sogenannte 'Etude Historique' machen lassen, die dann anhand von Flugdaten von der Royal Airforce und von der US-Airforce gezeigt hat, dass dieses Gelände sehr stark bombardiert wurde", sagt Heinrichs. "Die Chancen sind also sehr groß."
In ein paar Wochen weiß die Klinik mehr, dann sollen die gesammelten Daten ausgewertet sein.

Lena Orban

