Vor allem das gute Ergebnis bei den Steuern sorgte dafür, dass die Einnahmen der Gemeinde 2025 stabil blieben. Gespart wurde unter anderem bei den laufenden Kosten und beim Personal – etwa wegen langanhaltender Krankheitsfälle. Im außerordentlichen Haushalt gab die Gemeinde deutlich weniger aus als ursprünglich vorgesehen. Das lag unter anderem daran, dass einige geplante Projekte verschoben wurden.
Roger Franssen von der Union kritisierte, dass die Mehrheit zu wenig investiert habe. Zwar sei die Finanzlage solide, doch nutzte die Gemeinde dieses Potenzial aus seiner Sicht nicht ausreichend aus. Auf der Strecke blieben laut Franssen etwa die Instandhaltung von Straßen und Infrastruktur, ein Masterplan für Herbesthal sowie ein klares Konzept für einen neuen Bauhof.
Finanzschöffe José Grommes wies die Kritik scharf zurück. Er betonte, dass bereits zahlreiche Projekte umgesetzt oder angestoßen wurden. Unterm Strich stellte der Schöffe klar, dass die finanzielle Ausgangslage stabil sei, es aber keinen Grund zur Selbstzufriedenheit gebe.
Lontzen positioniert sich zur möglichen Provinzreform
Thema im Lontzener Gemeinderat war auch die Provinzreform. Im Hintergrund steht ein Reformvorschlag des wallonischen Ministers François Desquesnes zur möglichen Abschaffung der Provinzen. Demnach sollen Provinzialrat und Provinzkollegium bis 2030 aufgelöst und die Zuständigkeiten neu verteilt werden.
Die Gemeinde Lontzen positionierte sich dazu klar: Zuständigkeiten, die die Deutschsprachige Gemeinschaft betreffen, sollten auch an diese übertragen werden – und nicht an die Wallonische Region. Ein neues übergeordnetes Organ für die neun Gemeinden lehnt die Gemeinde ab. Zugleich machte die Gemeinde deutlich, dass eine Reform keine finanziellen Nachteile mit sich bringen dürfe.
Dogan Malicki