Es ist zwar noch etwas hin bis zur Eröffnungsfeier, die ganz stilgerecht mit einem olympischen Fackellauf durch Malmedy eingeleitet wird. Für die vielen Athleten wie Nora Collette oder Ajoy Reuter haben die Spiele mit der Vorbereitung darauf aber in gewisser Weise schon begonnen.
Ajoy Reuter tritt mit seinem Netbal-Team vom BSC Ostbelgien an - die Spiele werden im Adeps-Zentrum in Spa ausgetragen. Nora Collette ist passionierte Leichtathletin, mit allem was dazu gehört: Laufen, Springen, Werfen zählt sie auf. Und weil die Leichathletikwettkämpfe auf der Anlage in Malmedy stattfinden, freut sich Nora auch ganz besonders auf dieses Heimspiel und die Unterstützung durch Familie, Freunde und Mitschüler.
Wettkampfstätten verstreut
In Malmedy, wo auch die Eröffnungs- und Schlussfeier stattfinden, werden auch Fußball, Turnen, Badminton, Boccia und Bowling ausgetragen. Die Schwimmer nutzen das LAGO-Wetzlarbad in Eupen, die Triathleten sind in Bütgenbach-Worriken und im Lager Elsenborn gefordert.
In Worriken läuft auch Basketball, im Militärlager Judo, Tennis und Tischtennis in Spa. Die Reiter weichen auf Theux aus. Dezentrale Spiele wie mittlerweile auch immer häufiger bei Olympia - keine so leichte Herausforderung für Dominique Dehaene, Direktor von Special Olympics Belgium, und sein Team.
Inklusion ist das Hauptziel
Die nationale Präsidentin der Special Olympics, Christine De Keersmaeker, sieht in der geographischen Streuung für alle Beteiligten (und Begleiter) die Möglichkeit, die Region besser kennenzulernen.
Der Sport stehe zwar im Vordergrund bei den Special Olympics, so De Keersmaeker. Im Grunde gehe es aber um Inklusion. Und das sei umso wichtiger, wenn man wisse, dass in Belgien rund 165.000 Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung leben, und wenn man ihre Familien dazurechne, ergebe das schon eine beeindruckende Menge an Betroffenen.
Vorsorgeuntersuchungen für die Athleten
Am Rande der sportlichen Wettkämpfe bietet Special Olympics Belgium mit Unterstützung der Lions Clubs den Athleten auch Vorsorgeuntersuchungen an und kommt so, laut Dominique Dehaene, zu einem recht umfassenden Gesundheitsbild für diese spezifische Zielgruppe.
Für Nora Collette zählen jetzt erst einmal die persönliche Motivation und die Unterstützung, die sie erfährt. Und Ajoy Reuter hat den olympischen Gedanken schon verinnerlicht: "Dabei zu sein ist das Wichtigste!"
Stephan Pesch