Mit der Glasmanufaktur Val Saint Lambert fühlt sich der in Seraing geborene Unternehmer Stéphan Uhoda besonders verbunden. Sie habe auch nach 200 Jahren noch einen internationalen Ruf. "Das macht mich stolz", sagt der Chef der Uhoda-Gruppe, die Tankstellen und Autowaschanlagen betreibt. Zusammen mit der Stadt Seraing und Kooperationspartnern hat das Unternehmen das Festprogramm zum 200-jährigen Jubiläum der Glasmanufaktur auf die Beine gestellt. Das Budget in Höhe von 1,6 Millionen Euro trägt die Firma.
Bis zu 5000 Arbeiter waren in den Glanzzeiten des Unternehmens um die Jahrhundertwende bei den Cristalleries de Val-Saint-Lambert beschäftigt. Nach dem industriellen Niedergang und wechselnden Besitzern wurde die Firma letztes Jahr in eine VoG umgewandelt. Ihr stellvertretender Vorsitzender, Nicolas Sools, erhofft sich von dem Jubiläum einen Neuanfang für Val-Saint-Lambert. "Viele wissen nicht, dass heute noch ein Dutzend Beschäftigte dort moderne Glasobjekte von hoher Qualität produzieren", sagt Sools.
Von der Kunst der Glasbläser kann man sich an diesem Wochenende ein Bild machen. Zur Eröffnung des Jubiläumsprogramms gibt es Vorführungen, Rundgänge und Führungen durch die Manufaktur. Dazu ein musikalisches Programm, bei dem auch die Eupener Big Band mitwirkt. In einer Sonderausstellung können die Besucher in die Geschichte von Val-Saint-Lambert eintauchen. Ein Parcours erklärt die verschiedenen Schritte des Herstellungsprozesses. "Wir zeigen bedeutende Glaskunstwerke aus öffentlichen und privaten Sammlungen, einige davon werden zum ersten Mal ausgestellt", erklärt Alain Mager von Europa Expo, die die Ausstellung konzipiert haben.
Neben der Ausstellung erzählt eine immersive Ton- und Lichtshow die Geschichte von Val-Saint-Lambert. Regisseur Luc Petit blickt dabei auf fast 1.000 Jahre an diesem Ort zurück, wo vor der Glasmanufaktur eine Klosteranlage stand. Die Show "Cristal Vivant" ist bis zum 21. Juni in Val-Saint-Lambert zu sehen. Im September folgt dann eine weitere Show mit Tänzern und Akrobaten. Das Ausstellungs- und Jubiläumsprogramm läuft bis zum 6. Dezember.
Michaela Brück











