Ein normaler Morgen bei "An Ennen". Baguette-Bestellungen kommen per Telefon rein, Stammkunden kommen auf einen Kaffee oder Energy-Drink vorbei und die ersten Senioren arbeiten ihre Einkaufslisten ab. Insgesamt bedient das Team um Alisa Kuckart mittlerweile rund 120 Kunden am Tag.
Der kleine Laden in Elsenborn feiert sein vierjähriges Bestehen und ist inzwischen mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit für die Dorfbewohner, wie Chefin Alisa Kuckart festhält: "Mittlerweile kommen sehr viele Leute vorbei, die einfach mal auf einen Kaffee anhalten. Besonders schön ist es, wenn Senioren sich hier einen Kaffee gönnen und dann ein bisschen plaudern und mit uns reden. Das ist es, was einen Dorfladen ausmacht: dass man miteinander redet, dass man sich Zeit füreinander nimmt. So etwas erlebt man in großen Geschäften einfach nicht."
Dreimal in der Woche kommt frisches Gemüse im Geschäft an. Der regionale Händler hat alles dabei, was man aktuell gebrauchen kann: Salat, frisches Obst und natürlich auch Spargel.
Gleichzeitig sind auch ein paar Kunden im Laden zu Gast. Darunter eine Mutter mit zwei Kindern. Für die Beiden ist der Laden ein kleines Paradies und während Mama vorne in Ruhe einkaufen kann, helfen die Kinder Alisa mit, die Möhren einzuräumen. Man kennt sich, und es geht familiär zu. Das zählt sowieso für das ganze Konzept von kleinen Tante-Emma-Läden wie "An Ennen".
"Unser Laden ist ein echter Familienbetrieb, bei dem jeder mit anpackt. Die Kinder kommen oft runter und helfen gerne beim Auspacken oder bei anderen anstehenden Aufgaben. Die Eltern sind immer dabei - sei es, um mit den Kindern zu helfen oder wenn schnell Gemüse oder Obst sauber gemacht werden muss, bevor es schlecht wird. Samstags werden die Brötchen verpackt. Da hilft die ganze Familie mit. Das ist einfach schön."
Seit Anfang der Woche muss sich das Team mit einem etwas anderen Thema beschäftigen: Direkt vor der Haustür starten aufwendige Straßenarbeiten. Mehrere Monate lang wird das die Durchfahrt durch Elsenborn stark verändern. Ein Thema, das das "An Ennen"-Team schon seit der Eröffnung begleitet hat.
"Mittlerweile muss ich sagen, versuchen wir das sehr gelassen zu sehen. Wir kennen unsere Kunden, wir haben uns einen guten Kundenstamm aufgebaut und ich bin eigentlich überzeugt davon, dass wir das nicht allzu sehr merken werden. Es wird morgens vielleicht etwas weniger Betrieb durch Camionetten sein. Man weiß nicht, machen die den Umweg, machen sie ihn nicht. Aber sonst im Allgemeinen, was über Tag so los ist mit den Kunden aus dem Dorf oder auch aus den umliegenden Dörfer, glaube ich, dass wir das sehr gut stemmen werden."
Und so geht es bei "An Ennen" auch während der Bauarbeiten weiter, denn viele Kunden haben sich wieder daran gewöhnt, dass es einen Dorfladen im Ort gibt. Gerade wenn es nicht so einfach ist, Einkäufe alleine zu erledigen, findet man in Dorfläden eine helfende Hand. Oder zumindest ein offenes Ohr – wenn man einfach nur ein wenig mit anderen Dorfbewohnern plaudern möchte.
Robin Emonts


