In Prüm hat die Polizei am Dienstagabend einen Mann festgenommen, der Stunden zuvor eine Polizistin angeschossen hatte. Der Mann hatte nach Angaben der Behörden eine Polizei-Dienstwaffe aus dem Holster gerissen und die Polizistin am Oberschenkel getroffen. Laut Polizeipräsidium Trier wurde die Beamtin im Krankenhaus operiert und befand sich nicht in Lebensgefahr.
Der Verdächtige floh den Angaben zufolge in Richtung eines angrenzenden Waldes, er wurde im Zuge einer Fahndung festgenommen. Der polizeibekannte 25-Jährige habe dann keinen Widerstand geleistet, sagte eine Polizeisprecherin.
Polizei wegen Ärger in Arztpraxis gerufen
Die Polizeistreife in Prüm war am Dienstag zu einer Arztpraxis gerufen worden, weil der Mann dort randaliert haben soll. Der Verdächtige befand sich bei Eintreffen der Polizei allerdings nicht mehr in der Praxis.
Polizisten trafen ihn dann im nahe gelegenen Kurpark an. Der Mann habe nicht auf Ansprache reagiert, hieß es. "Es kam zu einem körperlichen Gerangel. Im Zuge dessen konnte durch den Tatverdächtigen eine Dienstwaffe aus dem Holster entrissen werden", schrieb die Polizei in einer Mitteilung.
Nach der Flucht des Mannes hatten die Ermittler mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach ihm gesucht. Wer ihn sehe, solle sofort den Notruf wählen und ihn nicht selbst ansprechen, hieß es. Autofahrern riet die Polizei, keine Anhalter mitzunehmen. Der Mann sollte nicht angesprochen werden. "Er könnte sich in einem psychischen Ausnahmezustand befinden", so die Ermittler.
Mehr als 300 Polizisten beteiligten sich bei der Suche nach dem Tatverdächtigen. Unterstützt wurden das Polizeipräsidium Trier und deren Kollegen aus Koblenz von der Bundespolizei, dem Landeskriminalamt, der Polizei des Saarlands, der Polizei aus Luxemburg und der US Air Base Spangdahlem. Zusätzlich waren 50 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes dort.
Die Tatwaffe fand die Polizei im Nahbereich des Kurparks. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und dem genauen Tatablauf dauern an.
dpa/swr/js/sp