Das Strafgericht von Lüttich verhandelt derzeit einen Fall von Urkundenfälschung und Urkundenmissbrauch sowie Betrug gegen 22 Einwohner der Region Lüttich. Vier von ihnen sollen ein ausgeklügeltes System zum Betrug bei der theoretischen Führerschein-Prüfung organisiert haben.
Mit Mini-Kameras sollen Prüflinge heimlich Fragen gefilmt haben, Komplizen lieferten die Antworten über Ohrhörer. Später kam offenbar auch der "Doppelgänger"-Trick zum Einsatz - besonders während der Corona-Zeit, als Masken getragen wurden.
Die mutmaßlichen Kunden stammten hauptsächlich aus Lüttich, aber auch aus Eupen, Herstal, Waremme, Oupeye und Sprimont. Sie zahlten durchschnittlich 1.200 bis 1.500 Euro, wobei der Preis offenbar je nach Kunde variierte. Alle erschlichenen Führerscheine wurden inzwischen annulliert.
Einige Beteiligte bestreiten die Vorwürfe. Andere sprechen von Gefälligkeiten für Menschen, die nicht gut französisch sprachen.
Das Gericht hat zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt.
meuse/gaz