Der Lütticher Stadtrat hat eine Stellungnahme gegen die geplante Erhöhung der Einschreibegebühren in der Französischen Gemeinschaft verabschiedet.
Laut den Unterstützern verringert die Reform die Chancengleichheit im Unterrichtswesen, schadet den Lütticher Hochschulen und damit auch der Attraktivität der Stadt. Lüttich fordert die zuständige Regierung auf, die Reform zurückzuziehen.
Das Projekt der kommunistischen PTB-Opposition wurde mit einer alternativen Mehrheit aus PTB, Grünen und Sozialisten verabschiedet. Es richtet sich gegen die Reform der liberalen Ministerin Valérie Glatigny.
Die Sozialisten sitzen in Lüttich mit den Liberalen in der Mehrheit. Sie stellten sich mit der Unterstützung der PTB-Motion also gegen ihren Koalitionspartner. Abstimmungen mit alternativer Mehrheit sind selten und werden in der Politik generell als Vertrauensbruch angesehen.
Durch die Reform von Glatigny steigen die Einschreibegebühren an Universitäten und Hochschulen dieses Jahr deutlich an. Zahlreiche Studenten zahlen jetzt fast 1.200 Euro pro Jahr. Für viele bedeutet das eine Erhöhung um mehr als 40 Prozent.
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