Los ging alles vor fast zwei Jahren. Während seines Informatikstudiums an der FH Aachen kam Vincent Schulz die zündende Idee für eine Plattform, über die man Gegenstände vermieten kann, die man selbst nur selten nutzt.
"Das war in dem Fach 'Datenbanken und Webtechnologien'", erinnert sich der 24-Jährige aus Karlsruhe. "Da dachte ich, dass man das sehr gut nutzen kann, um etwas Ähnliches wie Kleinanzeigen aufzubauen, damit man sich die Sachen besser teilen kann. In einer Klausurenphase wurde mir das dann zu theoretisch und dann hab ich einfach angefangen an der Plattform zu basteln."
Auch Vincents Kommilitone Simon Bilecen war schnell von dem Konzept überzeugt. Gemeinsam tüftelten sie weiter an der Idee und gingen schließlich auf das Gründungszentrum der FH Aachen zu.
"Wir sind hier recht schnell in ein Coaching gekommen. In dem Coaching wurde dann auch die Idee validiert, wir haben einen Fragebogen erstellt, den wir vielen Bekannten zukommen lassen haben, und haben die Idee auch auf Veranstaltungen vorgestellt, zum Beispiel am Gründerstammtisch", so der 24-Jährige Bilecen. "Dort hat man dann einfach immer wieder wertvolles Feedback bekommen und neue Gedankenanstöße. Generell war das Gründungszentrum für uns immer so ein Sparringpartner für Gedanken."
Das Ziel der beiden Studierenden: Durch Mietzekater soll eine schlechte Ressourcenauslastung bekämpft werden. "Das heißt, dass man in einer Straße zum Beispiel keine hundert Bohrmaschinen braucht, sondern eher zwei. Wenn Leute alles viel mehr teilen würden, dann müsste man sich nicht alles neu kaufen. Da kann man dann Geld und Ressourcen sparen."
Im Sommer 2025 ging die App der beiden Gründer an den Start, später folgte eine Webseite. Die Handhabe ist einfach. Nutzer stellen Gegenstände online, die sie selten benötigen – etwa Kameraequipment, Werkzeuge oder Partyausstattung. Interessierte können diese dann unkompliziert mieten.
"Wenn ich zum Beispiel einen Bollerwagen in Aachen online stelle und jemand möchte einen mieten, dann kann er das einfach auf Google suchen und findet dann die Webseite. Dann kann er es über Mietzekater mieten", so Schulz.
Auch wer etwas vermieten möchte, kann das in nur wenigen Schritten tun. Zunächst macht der Vermieter ein Foto von dem Objekt. Eine KI erstellt dann automatisch einen Vorschlag für die Objektbeschreibung und den Mietpreis. Der Nutzer kann diesen Vorschlag direkt annehmen oder nach seinen Vorstellungen anpassen. Möchte jemand einen Gegenstand mieten, kann er diesen anfragen - alles weitere klären Mieter und Vermieter dann über eine Chatfunktion.
Um die Sicherheit der Waren zu gewährleisten wird jeder Nutzer verifiziert. Gleichzeitig gibt es ein Übergabe- und Rückgabeprotokoll. So kennen die beiden Nutzer den Zustand des Objektes zu jedem Zeitpunkt. Geht etwas kaputt, greift in vielen Fällen die Haftpflichtversicherung. Bald wollen die Gründer sogar eine eigene Versicherung über Mietzekater anbieten.
Unterteilt sind die Angebote bei Mietzekater in verschiedene Kategorien, zum Beispiel "Beliebt", "Event", oder auch "Wohnen".
Inzwischen hat die Plattform rund 200 Inserate, die meisten davon in Aachen. Wer sich durch die Seite klickt findet zum Beispiel Werkzeug, Lautsprecher oder sogar ein Kanu. Noch gibt es auf der Plattform kein Inserat aus Belgien - das könnte sich aber bald ändern.
"Die App ist nicht auf Deutschland limitiert. Wir müssten zwar noch schauen, wie das mit der Mehrwertsteuer funktioniert, aber theoretisch funktioniert das schon in der App", so Vincent Schulz.
Für die Zukunft von Mietzekater haben die beiden Gründer noch weitere Ideen, so wollen sie zum Beispiel mit der Post zusammenarbeiten, um an Paketstationen Übergabepunkte einzurichten. Zudem könnten sie sich einen Lieferdienst für kurze Strecken vorstellen. Und während Simon und Vincent noch daran arbeiten, Mietzekater weiter zu verbessern, sprudeln gleichzeitig auch schon wieder neue Ideen für weitere gemeinsame Projekte.
Weitere Informationen auf der Mietzekater Webseite.
Lindsay Ahn

