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Astronaut Raphaël Liégeois zu Gast in Lüttich

27.03.202606:5727.03.2026 - 15:42
  • Lüttich
Astronaut Raphael Liégeois
Astronaut Raphael Liégeois und Lütticher Studenten (Bild: Anne Kelleter/BRF)

Der belgische Astronaut Raphaël Liégeois war am Donnerstagabend in der Uni Lüttich zu Gast. Er hat jungen Menschen im Rahmen der Veranstaltung "Frühling der Wissenschaften" erzählt, wie es ist, Astronaut zu werden, wie man sich auf eine Mission zur International Space Station vorbereitet – und welche Herausforderungen auf dem Weg ins All warten.

Ein voller Hörsaal, viele Gesichter – und mittendrin ein Mann, der wie ein Superstar gefeiert wird. "Es freut mich wirklich sehr, wieder hier zu sein – es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an." Der belgische Nachwuchsastronaut Raphaël Liégeois hat selbst in Lüttich studiert. Heute steht er kurz vor seiner ersten großen Mission.

"Ich werde nächsten Monat zur Ausbildung in die USA zurückkehren, mit dem Ziel, innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate an einer Mission zur Internationalen Raumstation teilzunehmen. Geplant ist eine Langzeitmission von etwa sechs Monaten an Bord der Internationalen Raumstation, um dort wissenschaftliche Forschung durchzuführen."

Doch der Weg ins All ist alles andere als sicher – und vor allem eines: unvorhersehbar. Der erfahrene belgische Astronaut Frank De Winne gab ihm einmal den persönlichen Rat: "'Du musst lernen, geduldig zu sein. Du weißt erst am Tag des Starts, dass du wirklich fliegst – nämlich dann, wenn die Triebwerke der Rakete gezündet werden.' Das ist eine Realität, die wir alle auf die eine oder andere Weise erleben: Es gibt Änderungen, Flugpläne werden verschoben, manche Missionen finden viel später statt als geplant. Aber bisher sind letztlich alle europäischen Astronauten, die ausgewählt wurden, auch geflogen – und genau darauf bereiten wir uns vor."

Neben Geduld braucht es vor allem eines: Vielseitigkeit. "Das Überraschendste, was ich gelernt habe, ist die Vielfalt an Wissen, die man für einen Flug ins All braucht. Das ist fast das Gegenteil meines früheren Berufs. Ich war Neurowissenschaftler und kannte mich in einem sehr engen Fachgebiet sehr gut aus. Hier hingegen muss man die Grundlagen in vielen verschiedenen Bereichen beherrschen – nicht jedes Detail, aber die wichtigsten Elemente in vielen Disziplinen. Ich finde das unglaublich spannend. Manchmal kann es auch frustrierend sein, weil man gerne tiefer ins Detail gehen würde, aber genau das hat mich während des Trainings am meisten beeindruckt."

Klar, bei so einer beeindruckenden Person ist das Publikum ganz einfach begeistert. So auch ein ganz junger Zuschauer. "Wenn ich älter bin, möchte ich auch Astronaut bei der ESA werden. Und eventuell andere Lebensformen oder neue, bewohnbare Planeten entdecken." Für viele bleibt der Traum Astronaut zu werden, ein Abenteuer. Für Raphaël Liégeois könnte er schon bald Realität werden.

Astronaut Raphael Liégeois
Astronaut Raphael Liégeois (Bild: Anne Kelleter/BRF)

Anne Kelleter

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