Die Umstrukturierung der Kaserne von Feuerwehr und Rettungsdienst in Kelmis schreitet weiter voran. Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Gemeinde und der Lokalsektion des Roten Kreuzes Kelmis.
Konkret geht es um die Nutzung mehrerer Lagerhallen: Die Gemeinde wird künftig eine Halle in der Lindenallee anmieten. Dort soll Material des Bauhofs untergebracht werden, das sich derzeit noch in einer Lagerhalle der Gemeinde an der Altenberger Straße, direkt an der Kaserne, befindet. Die Halle an der Altenberger Straße soll künftig vom Roten Kreuz genutzt werden.
Hintergrund ist der Tausch der Räumlichkeiten zwischen der Hilfeleistungszone und der Lokalsektion des Roten Kreuzes Kelmis an der Kaserne, um auch künftig den Vorgaben des Föderalstaates zu entsprechen. Inzwischen hat sich jedoch herausgestellt, dass die vorgesehenen Räumlichkeiten nach dem Tausch für das Rote Kreuz nicht ausreichen und zusätzlicher Platz benötigt wird. Dieser Platz wäre durch die Lagerhalle der Gemeinde Kelmis gegeben. Damit der Gemeinde durch den Umzug in die Lindenallee keine Kosten entstehen, ist von Seiten des Roten Kreuzes eine finanzielle Kompensation vorgesehen.
Dass in die Kaserne in Kelmis investiert werde, sei wichtig, denn ansonsten könnten föderale Mittel von über 900.000 Euro wegfallen, so Bürgermeister Daniel Hilligsmann. Für die Neustrukturierung der Kaserne investiert die Hilfeleistungszone der DG rund 400.000 Euro.
Bereits zuvor war die Hilfeleistungszone Thema in der Fragestunde. Louis Goebbels (NBK) erkundigte sich nach den Planungen für die neue Kaserne in der Eupener Textilstraße. Dort sollen die Wachen aus Eupen und Lontzen zusammengelegt sowie die Hauptverwaltung der Hilfeleistungszone angesiedelt werden. In dem Zusammenhang fragte er unter anderem, ob die Wache der Gemeinde Kelmis auch an diesen Standort verlegt werden soll.
Daniel Hilligsmann verneinte dies. Eine Zusammenlegung mit Eupen sei aus operativen Gründen ausgeschlossen, da die vorgeschriebenen Anfahrtszeiten für Kelmis und Neu-Moresnet sonst nicht eingehalten werden könnten.
Die Kosten für die neue Kaserne in Eupen werden aktuell auf rund 14 Millionen Euro geschätzt. Die Deutschsprachige Gemeinschaft übernimmt 60 Prozent der Kosten, der Rest wird über die Hilfeleistungszone und dadurch auch durch die Gemeinden finanziert. Die Hilfeleistungszone plant, die Kosten für die Wache durch eine optimierte Planung weiter zu senken.
Sport in der Gemeinde Kelmis
In der Fragestunde ging es außerdem um den Sport in der Gemeinde. So kritisierte Rudolf Schmitz (NBK), dass der Antrag von vier Kampfsportvereinen der Gemeinde, den "Powerraum" zu nutzen und ihn auf eigene Kosten für ihre Zwecke umzubauen, abgelehnt wurde. Er warnte davor, dass Vereine die Gemeinde aufgrund der Entscheidung verlassen könnten.
Zudem verwies Schmitz auf Wasserschäden in der Großsporthalle, die bereits zu Spielabbrüchen geführt hätten. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf, um weitere Schäden zu verhindern. Sportschöffe Björn Klinkenberg erklärte, dass ihm die angesprochenen Themen wichtig seien und die Gemeinde bereits auf der Suche nach passenden Lösungen sei. Gleichzeitig stellte er klar, dass beide Fälle in den Zuständigkeitsbereich der Autonomen Gemeinderegie (AGR) fielen und daher dort weiter behandelt werden sollten.
Mehr Kelmiser Platt im Gemeinderat
Auch das Kelmiser Platt war Thema in der Fragestunde. Serge Emontspohl (CSP) bemängelte, dass der Dialekt an Präsenz verloren habe. So sei das Platt beim "Tag der Muttersprache" im Kindergemeinderat kein Thema gewesen und auch im Gemeinderat selbst werde immer weniger Platt gesprochen.
Auf die Frage nach konkreten Maßnahmen zum Erhalt der Tradition erklärte Sandy Niessen (Elan), man wolle neue Projekte fördern und zusätzliche Impulse setzen. Interessierte Bürger seien eingeladen, sich aktiv einzubringen. Auch Nadine Rotheudt (SP Offene Bürgerliste) betonte, dass sich die Gemeinde weiterhin mit dem Thema befassen werde.
Eventlocation-Projekt gestoppt
Das Vorhaben, den ehemaligen Lidl an der Lütticher Straße in eine Eventlocation umzuwandeln, wird nicht weiterverfolgt. Nach mehreren negativen Gutachten – insbesondere zur Mobilitäts- und Parkplatzsituation – sei das Projekt eingestellt worden, erklärte Schöffe Pascal Kreusen (Elan) auf Nachfrage von Alain Schmetz (CSP).
Im Verwaltungsrat der Autonomen Gemeinderegie kommt es zu einer personellen Veränderung: Louis Goebbels ist zurückgetreten, sein Mandat übernimmt Rudolf Schmitz. Nach einer Änderung der Geschäftsordnung in der letzten Legislatur seien sämtliche Kompetenzen des Rates an den Direktionsrat übertragen worden. Das mache den Verwaltungsrat nach einer einstimmigen Entscheidung durch den Direktionsrat überflüssig und die Beteiligung im Verwaltungsrat zu einer Zeitverschwendung, so Goebbels.
Zum Abschluss der öffentlichen Sitzung beschloss der Gemeinderat die Erneuerung der Brandmeldeanlage im Bauhof, um die Sicherheit dort auch in Zukunft zu gewährleisten.
Lindsay Ahn