Die Welt im Königreich Kunterbunt ist voller verschiedener Farben. Doch eines Tages entscheiden die Farben Blau, Rot und Gelb, dass sie wichtiger sind als die anderen. Jede der drei Farben will einen besonderen Status und über den anderen stehen. Damit kein Streit ausbricht, entscheidet der König, abwechselnd eine der drei Farben zur Farbe des Tages zu bestimmen. Das funktioniert aber nicht lange, denn durch die Trennung der Farben wird der Regenbogen immer grauer, ehe er ganz verblasst. Da erst erkennt der König, dass nur Zusammenhalt das Leben bunt und lebendig erhält.
Diese Botschaft verbreiten die Kinder der vierten Klasse der Grundschule Kettenis mit ihrem Theaterstück "Kunterbunt". Im Rahmen des Kindertheaterfestivals "Sieh mal an!" traten sie am Montag im Theater in Aachen auf.
Zusammenhalt war nicht nur auf der Bühne Programm, so Lehrerin Cécile Offermann. "Zum einen haben sie sich sehr mit dem Thema 'Kunterbunt' auseinandergesetzt. Wir haben viel über die Vielfalt der Gesellschaft nachgedacht und die Vielfalt in unserer Klasse. Die Kinder haben sich aber auch sehr mit Musik auseinandergesetzt, der Stimmung der Musik und haben auf jeden Fall mitgenommen, das sie das Stück gemeinsam erarbeitet haben und dass es auch nur gemeinsam funktioniert."
Jede der drei Farbe hatte dabei ihre Eigenschaften, verrät die zehnjährige Maja. "Ich war eine von den Blauen und wir waren eher die Ruhigen und Gelassenen". Die Farbe Gelb hingegen verkörperte die Schönheit, während Rot für das wilde Ausgelassensein stand. Auf großer Bühne war es etwas anders als in der eigenen Schule, erzählt die neunjährige Louisa. "Es sind natürlich immer verschiedene Bühnen, aber die Zuschauer waren gut gelaunt und das macht das Stück dann noch fröhlicher."
Obwohl sie die Uraufführung hinter sich hatten, waren einige Schüler wie der neunjährige Lian "ganz nervös". Trotz der Aufregung war den Kindern kein Lampenfieber anzumerken. Schon im letzten Jahr hatten die Schüler mit den Vorbereitungen begonnen, richtige "Arbeit" war es aber nicht. "Wir haben im November angefangen und es hat richtig viel Spaß gemacht", findet der neunjährige Emil.
Obwohl die Schüler die Situation meisterten, war es für viele der erste Kontakt mit dem Theater. "Ich stelle fest, dass Kinder im Grundschulalter wenig Berührung mit dem Theater haben. Einige gehen doch zum Kindertheater, aber sehr viele sind doch bei unserem Projekt zum ersten Mal im Theater", bemerkt Cécile Offermann.
Das Theater spielt dabei nicht nur für das Selbstvertrauen der Schüler eine große Rolle, erzählt die Lehrerin. "Theater ist unheimlich wichtig für die kreative Förderung. Aber nicht nur für die kreative Förderung, sondern auch für exekutive Förderung im Schulalltag ist es total wichtig. Viele der Fähigkeiten gehen im Normalleben verloren. Durch das Theaterspielen oder andere kreative Projekte wird das sehr gefördert und bleibt auch nachhaltig im Unterricht sichtbar."
Für viele Menschen ist es ein großer Traum, auf der Bühne zu stehen. Die vierte Klasse aus Kettenis hat sich diesen Traum erfüllt.
Paul Schmitz

