"Frischer Wind für Ostbelgien" - das war das Motto des Frühlingsfestes. Und den gibt es laut Ecolo Ostbelgien nur mit einer Politik, die Verantwortung übernimmt, auch dann, wenn Entscheidungen unpopulär sind.
In einer zunehmend unsicheren Zeit gerieten zentrale Werte wie Solidarität, Diplomatie oder Nachhaltigkeit immer stärker unter Druck. Das betonte Regional-Co-Präsidentin Franziska Franzen in ihrer Rede. "In diesem Umfeld stoßen ökologische und grüne Positionen und Vorschläge häufig auf Ablehnung, denn sie setzen nicht auf kurzfristige Lösungen, nicht auf den schnellen Erfolg. Sie wollen verantwortungsvolle Wege, die auch für morgen und übermorgen gelten." Dabei würden nachhaltige Perspektiven, mehr denn je gebraucht, so Franzen. Dafür setze sich Ecolo auf allen Ebenen ein.
Und apropos Ebenen: Der neu gewählte Partei-Co-Präsident Gilles Vandenburre war auch beim Frühlingsfest dabei. Er hob vor allem die Bedeutung der lokalen Verankerung hervor: ob in Gemeinden, im Vereinsleben oder im Alltag- Ecolo sei präsent, so der Co-Präsident. Politische Entscheidungen müssen laut ihm stärker zwischen den verschiedenen Ebenen abgestimmt werden - von der Gemeinde bis zur Föderalebene.
Das findet auch Regional-Co-Präsidentin Fabienne Colling. Vor allem, wenn es um Energie-Projekte geht. Es fehle an politischen Entscheidungen. Denn, was das Umsetzen von nachhaltigen Projekten angehe, sei der Bürger schon viel weiter als die Politik, so Colling. "Die Nachfrage bei den Bürgern ist da, aber die Projekte nicht. Die Projekte können nicht umgesetzt werden aus unterschiedlichen Gründen und die Bürger warten nur darauf, Angebote zu bekommen und das ist dann unsere Hausaufgabe."
Und da sieht sie vor allem die DG in der Pflicht: "Hier kann die DG eine viel pro-aktivere und direktere Rolle einnehmen. Sie ist in Kontakt mit der Wallonischen Region, diese Kanäle müssen genutzt werden, um die Energie-Projekte der Gemeinden nach vorne zu bringen. Es ist die Rolle der DG den Gemeinden da den Rücken zu stärken."
Trotzdem gibt es auf Gemeindeebene auch heute schon einige Projekte, die sich mit erneuerbaren Energien und Nachhaltigkeit beschäftigen - darauf ist die Co-Vorsitzende stolz: "Oben wird geredet und diskutiert und unten in der Realität wird gearbeitet. Dann entstehen Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, dann entstehen Windparkprojekte und Wasseraufbereitungsanlagen. Also es passiert ganz viel." Damit aber noch mehr passiert, ist "Zusammenarbeit" laut Ecolo das Schlüsselwort für die Zukunft.
Lena Orban