Aktuell läuft in St. Vith die Ausstellung zu 100 Jahren "Kladderadaatsch". Im Museum des Geschichts- und Museumsvereins "Zwischen Venn und Schneifel" können Besucher durch ein Jahrhundert Karnevalsgeschichte stöbern - und durch nahezu alle Ausgaben der Zeitschrift seit 1926. Nur eine fehlte bislang: die 13. Ausgabe vom 19. Februar 1939. Doch nun kam die Überraschung.
"Es war so, dass wir im Rahmen der Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen der 'Kladderadaatsch' auch ein Interview mit dem BRF geführt haben", erklärt Stephan Benker aus der "Kladderadaatsch"-Redaktion. In dem besagten Interview hatte Redaktionsmitglied Andreas Fickers erklärt, dass die Ausgabe aus 1939 fehlte und sich an die Zuschauer gewandt. "Die 13. Ausgabe fehlt uns, also auch ein Aufruf an alle, die vielleicht auf dem Speicher noch alte Ausgaben liegen haben, zu schauen."
Und wie der Zufall es wollte, sah die richtige Person den Beitrag. "Stephan Lamberty aus Brüssel hat diese Sendung zufällig verfolgt und mitbekommen, dass die Ausgabe aus 1939 verschollen war. Er ist der Sohn des ehemaligen Karnevalsprinzen der Stadt St. Vith aus dem Jahr 1938", so Benker.
Lamberty durchsuchte daraufhin das Archiv seines Vaters Emil und fand tatsächlich die verschollene Ausgabe. Für die Redaktion eine kleine Sensation. "Keiner hatte wirklich damit gerechnet, dass wir die Ausgabe noch finden würden. Umso größer waren dann auch die Freude und das Erstaunen über das Zustandekommen und die Umstände dieses Fundes. Wir werden das auch gebührend feiern, wenn die Ausstellung zum Abschluss gebracht wird."µ

Am Karsamstag wird eine kleine Delegation der Redaktion sich nach Brüssel aufmachen und die Zeitschrift vor Ort in Empfang nehmen. Stephan Lamberty hat außerdem angekündigt, der Redaktion noch weitere Bilder aus der Prinzenzeit seines Vaters zu zeigen.
In die laufende Ausstellung wird die wiederentdeckte Ausgabe leider nicht mehr integriert werden können - sie schließt ihre Türen schon am 29. März. Dennoch plant die Redaktion, nach Ende der Ausstellung alle Ausgaben der "Kladderadaatsch" online zugänglich zu machen - inklusive der legendären Nummer 13.
Lindsay Ahn