Seit den ersten Überlegungen zu einem gemeinsamen Polizeistandort der Gemeinden Amel, Bütgenbach und Büllingen sind rund sechs Jahre vergangen. Inzwischen steht das Projekt kurz vor dem Abschluss. Am 30. März nehmen die ersten Polizisten ihre Arbeit am Standort Morsheck auf. Die 24 Mitarbeiter der Wache sind aktuell noch auf die Standorte in Bütgenbach und Büllingen verteilt. Der Umzug ist in vollem Gange.
"Das beschränkt sich nicht nur auf das Mobiliar, sondern da sind sämtliche Netzwerke neu anzubinden auf den neuen Standort. Da sind wir noch nicht ganz mit fertig, das wird in den nächsten Wochen noch anstehen", erklärt der zukünftige Wachleiter Grégory Goffin. "In Bezug auf das Mobiliar und die Einrichtung sind wir sehr weit. Wir haben viele Räume bereits eingerichtet. Final bleiben dann noch einige wenige Stellen, wo Arbeit ansteht. Aber ich würde sagen, von dieser Seite aus sind wir dann doch relativ schnell startklar."
Bei der Planung des neuen Standorts an den Grenzen der drei Gemeinden standen vor allem zwei Aspekte im Mittelpunkt. Zum einen strebte die Polizeizone einen offenen und einladenden Bereich für die Bürger an. Der Empfangsbereich beinhaltet einen Warteraum und zwei Besprechungsräume, die flexibel genutzt werden können - zum Beispiel für diskrete Gespräche mit Bürgern, die Aufnahme von Zeugenaussagen oder Planungstreffen.
Außerdem soll die Struktur des Gebäudes die Zusammenarbeit der Beamten maßgeblich verbessern. "Im Bereich der Beamten ging es vor allem um die Fragen, wie wir die Zusammenarbeit weiter fördern und auch in die digitale Welt implementieren können. Wir machen das zum Beispiel mit Großraumbüros und wechselnden Arbeitsplätzen", so Johannes Cremer, Leiter der Polizeizone Eifel. "Das Ziel war es, effizient unsere Ausrückzeiten zu verbessern. Da sind wir auf einem modernen Weg und ich muss auch wirklich sagen, wenn ich unser Gebäude in Büllingen nehme, da haben wir aktuell wirklich ein altes Gebäude, wo wir das nicht mehr erfüllen konnten."
Die Polizeizone setzt im neuen Gebäude auf weniger Büroflächen und dafür auf mehr Platz für Ausrüstung und Einsatzmaterial. So bietet die große Garage Platz für bis zu sechs Einsatzfahrzeuge, die von den bisherigen Wachen in Bütgenbach und Büllingen übernommen werden - ebenso wie die E-Bikes.
Neben Lagern für Dienstwaffen und beschlagnahmten Objekten verfügt die Wache auch über einen sogenannten "Gewahrsamsbereich" mit einer Zelle einem speziellen Raum für Verhöre mit festgenommenen Personen.
Das gesamte Gebäude ist zudem barrierefrei und durch eine Fotovoltaikanlage und eine Erdwärmepumpe energieeffizient.
Für die Bevölkerung der drei Gemeinden werde sich durch die neue Wache nicht viel ändern, so Cremer. Denn die Polizeizone habe nicht auf die Fertigstellung des neuen Gebäudes gewartet, um Arbeitsabläufe zu optimieren.
"Schon bei den Planungen des Gebäudes haben wir uns viele Gedanken gemacht. Vor einigen Jahren hat zum Beispiel die schrittweise Schließung der Wache in Amel stattgefunden. Zudem haben wir die Öffnungszeiten in Büllingen auf vormittags begrenzt, um die Manpower freizumachen, damit wir mehr im Außendienst sein können und im Notruf auch schneller reagieren können. Auf Morsheck werden die Öffnungszeiten aus der Gemeinde Bütgenbach übernommen. Zudem sind wir immer telefonisch erreichbar."
Um die Anbindung an die Gemeinden auch für Personen ohne Auto zu gewährleisten, will die Polizeizone eine Bushaltestelle vor dem Gebäude beantragen.
Die Kosten für das neue Polizeigebäude liegen bei rund 4,14 Millionen Euro. Neben der Polizeizone Eifel hat sich auch die Deutschsprachige Gemeinschaft an der Finanzierung beteiligt.
Lindsay Ahn











