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  • 80 Jahre BRF
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Parallelen zwischen Explosionen vor Synagogen in Lüttich und Rotterdam

13.03.202617:22
  • Lüttich
  • Niederlande
Die Synagoge in Lüttich in der Rue Leon Fredericq, vor dem Gebäude ist eine Absperrung mit einem Sichtschutz aufgestellt worden
Die Synagoge in Lüttich in der Rue Leon Fredericq (Bild: Laurent Cavenati/Belga)

Lüttich am Montag, Rotterdam in der Nacht zu Freitag: Die Parallelen zwischen den Explosionen vor den Synagogen in Belgien und den Niederlanden sind frappierend. Erste Spekulationen gehen in die Richtung, dass es sich bei den Tätern um die gleichen handeln könnte und dass die Anschläge von pro-iranischen Aktivisten verübt worden sind.

Die Staatsanwaltschaft hält sich weiter bedeckt, wenn es um die laufenden Ermittlungen zur Explosion vor der Synagoge in Lüttich Anfang der Woche geht. Daran hat auch das Video nichts geändert, das kurz nach der Explosion in Propaganda-Netzwerken von pro-iranischen Gruppierungen aufgetaucht ist. Die Staatsanwaltschaft will das Video zunächst gründlich untersuchen.

Die RTBF hat sich bereits mit dem Video beschäftigt und dafür auch einen Islamwissenschaftler und Terrorexperten an der Universität Brüssel befragt. Als dann am Freitag die Explosion in Rotterdam vor einer Synagoge bekannt wurde und auch dort - diesmal allerdings viel schneller - ein Video von der Explosion auftauchte, da zählte die RTBF eins und eins zusammen und kam zu dem Schluss: Die Paralallen sind ziemlich frappierend.

Um das zu verstehen, muss man die Analyse des ersten Films kennen. Auf dem 22 Sekunden langen Video ist zunächst im Dunkel der Nacht die Lütticher Straße zu sehen, in der die Synagoge steht. Die Kamera ist von der anderen Straßenseite schräg auf den Eingang der Synagoge gerichtet. Ein vermummter Mann läuft von links nach rechts durchs Bild, gerade so als ob er von der Synagoge zurückkäme. Dann erfolgt die Explosion, die Kamera verwackelt - und schon ist es vorbei.

Das Video aus Rotterdam sei nach dem gleichen Muster gedreht, die Parallelen würden direkt auffallen, behauptet am Freitag die RTBF. Der Islamologe und Terrorexperte Mohamed Fahmi schlussfolgert nach seiner Analyse des Videos aus Lüttich: "Das ist eine unbekannte Gruppe. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Explosion in Lüttich die erste Tat dieser Gruppe war. Wobei man auch nicht weiß, ob es eine Gruppe ist, ein Netzwerk von Personen, und wer hinter diesen Personen steht".

Der Tathergang selbst zeuge davon, dass die Täter noch wenig Erfahrung hätten. Bei der Explosion würde die Kamera so verrissen, also ob die Person, die am Filmen war, von der Wucht der Explosion überrascht worden sei. Das Logo, das in dem Lütticher Film verankert ist, sei das gleiche wie im Video von der Explosion in Rotterdam. Beide Male sei der gleiche Rechtschreibfehler im Arabischen gemacht worden. "Das Logo erinnert im Großen und Ganzen an das Logo der Hisbollah und einiger schiitischen, pro-iranischen Milizen im Irak."

Den Namen der Gruppe, der jeweils im Logo stehe, könne man mit "Islamische Bewegung rechter Prägung" übersetzen, oder auch mit "Islamische Bewegung der tugendhaften Gläubigen", erklärt Fahmi, der aus all diesem herauszulesen glaubt, dass die Gruppe eben ganz neu ist und mit ihren Taten, den Filmen und dem Logo klar machen möchte: Wir gehören zu der Achse des Widerstands.

Die RTBF gibt am Freitag an, dass ein ähnliches Video wie die in Lüttich und Rotterdam diese Woche auch in Griechenland aufgetaucht sei.

In Rotterdam sind am Freitagmittag vier Menschen festgenommen worden, die im Verdacht stehen, etwas mit dem Anschlag auf die Synagoge in Rotterdam zu tun zu haben. Bleibt abzuwarten, ob sich der Verdacht gegen sie bestätigt und wenn ja, ob diese Festgenommenen dann tatsächlich auch etwas zu tun haben könnten mit der Explosion vor der Synagoge in Lüttich.

Kay Wagner

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