Eupen möchte familienfreundlicher werden - doch das bisherige Gießkannenprinzip bei den Spielplätzen stößt an seine Grenzen. Mit einem jährlichen Budget von lediglich 20.000 Euro für neue Geräte und einem hohen personellen Aufwand für die Instandhaltung der aktuell 169 Spielgeräte sieht sich die Stadtverwaltung zum Handeln gezwungen. Verschleiß, Witterung und Vandalismus belasten die Ressourcen des Bauhofs massiv.
Qualität vor Quantität
Das neue Gesamtkonzept sieht vor, Ressourcen gezielt zu bündeln. "Wir haben entschieden, etwas weniger Spielplätze auf dem Stadtgebiet zu unterstützen, dafür aber auf deren Qualität zu setzen", erklärt die zuständige Schöffin Joëlle Birnbaum-Köttgen. Das Ziel sind langlebige, vielseitige und generationenübergreifende Spielräume.
Diese Standorte fallen weg
Trotz der Reduzierung bleibt die Erreichbarkeit im Stadtgebiet gewahrt. Vorerst werden lediglich zwei Standorte aufgegeben:
- der wenig genutzte Spielplatz zwischen Bahndamm und Scheidweg
- die kleine Anlage in der Gospertstraße
In der Gospertstraße zeigt sich das Dilemma deutlich: Ein neues Spielgerät würde rund 10.000 Euro kosten - eine Investition, die sich angesichts der geringen Nutzung und der Lage direkt an der Straße kaum rechtfertigen lässt. Dieses Geld soll stattdessen in die Aufwertung frequentierterer Plätze fließen.
Vier zentrale "Orte der Begegnung"
Im Fokus der neuen Strategie stehen vier Hauptstandorte, die zu modernen Begegnungsstätten für alle Generationen ausgebaut werden:
- Im Winkel (Kettenis)
- Klinkeshöfchen
- Temsepark
- Ostpark
Diese Anlagen bieten laut Stadtverwaltung die optimale Lage und Erreichbarkeit, um künftig nicht nur Kindern Raum zum Toben zu geben, sondern auch für Eltern und Senioren attraktiv zu sein.

Digitale Schadensmeldung
Um den Unterhalt effizienter zu gestalten, setzt Eupen zudem auf die Mithilfe der Bürger. Ein neues QR-Code-System auf den Spielplatzschildern ermöglicht es Besuchern künftig, Schäden oder Verschmutzungen direkt per Smartphone zu melden. Dies soll die Reaktionszeit des Bauhofs verkürzen und die Sicherheit auf den Anlagen erhöhen.
Die ersten Aufwertungsmaßnahmen an den zentralen Spielplätzen sollen bereits im Frühjahr beginnen.
Manuel Zimmermann