Unsere Region ist aufgrund der Grenznähe für Drogenschmuggler und Co. sehr interessant, sagt die Polizei. Dabei handelt es sich oft um kleinere Mengen von ein paar Gramm, die meistens lokal weiterverkauft werden oder an die Dealer gehen. Die größeren Fische - also alles ab ungefähr einem halben Kilo - bleiben nicht. In diesem Bereich fungiert Ostbelgien eher als Transitregion. Das heißt, die Drogen gehen über uns hinweg ins In- oder Ausland.
"Cannabis führt die Liste ganz klar an", sagt Eric Hellebrandt von der Polizeizone Weser-Göhl. "Dicht gefolgt von Amphetaminen und Kokain. Wir haben in letzter Zeit auch einen besorgniserregenden Anstieg von Ketamin beobachten müssen - das müssen wir im Auge behalten. Im Gegensatz dazu ist Heroin eher eine Randdroge.“
Gerade Ketamin ist auch als Partydroge bekannt. Ob es deswegen vor allem von jungen Menschen konsumiert wird, lässt sich noch nicht sagen, dies wird aktuell beobachtet. Bei Kokain oder Cannabis gilt: Die Konsumenten kommen aus allen Altersstrukturen und sozialen Schichten.
Die Polizei nutzt unterschiedliche Möglichkeiten, um gegen Drogen vorzugehen. Elementar wichtig sind dabei die Verkehrskontrollen. Egal, ob Auto, Motorrad oder Bus - alles, was verdächtig ist, wird kontrolliert. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Ermittlungsarbeit. Die Kriminalpolizei versucht, alle Beteiligten der Kette - vom Schmuggler bis hin zum Konsumenten - zu ermitteln.
Einfach über die Grenze nach Deutschland oder in die Niederlande zu fliehen und sich dort in Sicherheit zu wiegen, ist laut Hellebrandt keine Option. Über die Jahre hinweg hat sich ein sehr stabiles Netzwerk unter den Polizeikollegen in Belgien, Deutschland und den Niederlanden gebildet. "Es gibt Arbeitsgruppen wie die NEBEDEAGPOL. Da setzt man sich zusammen, bespricht die Probleme, die es auf allen Seiten der Grenze gibt, und versucht, Lösungen zu finden. Außerdem ermitteln wir zusammen. Mit der Polizei Aachen gibt es beispielsweise gemeinsame Streifen, an denen jeweils ein Polizist aus Deutschland und ein Polizist aus Belgien beteiligt sind. Sie können auf beiden Seiten der Grenze einschreiten."
Eine Herausforderung bei der Zusammenarbeit sind die unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. Die Polizisten aus dem Außendienst werden deshalb regelmäßig in grenzüberschreitender Polizeiarbeit geschult. Abgesehen davon sei die Zusammenarbeit schon sehr ausgereift, so Hellebrandt.
Annika Deist
Zu wenig kontrolliert es muss mehr sein.