Das Rennen um die Nachfolge als Konzessionär hat der 29-jährige Jesse Drouven aus Eynatten für sich entschieden. Er setzte sich gegen zahlreiche Mitbewerber durch und übernimmt nun die Regie am Gleis. Für ihn ist die neue Aufgabe mehr als nur ein Job – es ist die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. "Ich werde es nie vergessen: Es war vor fünf Jahren. Da saß ich hier mit meiner Freundin als Gast im Bahnhofscafé und habe schon damals zu ihr gesagt, dass ich das irgendwann einmal übernehmen werde. Dass dies jetzt in Erfüllung geht, ist eine große Überraschung, aber auch ein großer Traum."
Fokus auf Gastlichkeit
Die Motivation ist groß, und die Lage könnte kaum besser sein: Direkt am RAVel-Vennbahnradweg gelegen, fungiert das Café als idealer Rastplatz für Wanderer und Radfahrer. Doch neben der Lage entscheidet vor allem das richtige Konzept über den Erfolg. Drouven setzt dabei auf eine Mischung aus Tradition und unkomplizierter Gemütlichkeit. "Es wird weiterhin eine schöne Auswahl an Spezialbieren geben. Auch Essen ist geplant, das könnte sich allerdings ein wenig in den Mai verschieben. Das Grundkonzept ist jedoch: Man soll ankommen und sich wie zu Hause fühlen. Man kommt rein, nimmt sich, was man braucht, bezahlt und setzt sich auf die Terrasse", so Drouven.
Öffnungszeiten als wichtigster Faktor
Ein kleiner Wermutstropfen für tägliche Besucher: Jesse Drouven wird von Montag bis Mittwoch weiterhin bei seinem bisherigen Arbeitgeber tätig sein. Das Bahnhofscafé wird daher zunächst an vier Tagen pro Woche (Donnerstag bis Sonntag) geöffnet sein.
Bürgermeister Mario Pitz zeigt sich zuversichtlich, mit Drouven den geeigneten Kandidaten gefunden zu haben. Gleichzeitig formuliert die Gemeinde klare Erwartungen an den neuen Betreiber: "Wir erwarten schon ein höheres Maß an Öffnungszeiten, vor allem zuverlässige Öffnungszeiten. Damit sowohl der Tourist als auch der Raerener bei normalem Wetter fest damit rechnen kann, hier einkehren zu können und gut bewirtet sowie empfangen zu werden."

Harmonie mit der Nachbarschaft im Fokus
In der Vergangenheit gab es immer wieder Reibungspunkte mit den Anwohnern, vor allem wegen Lärmbelästigungen in den späten Abendstunden. Raerens Tourismus-Schöffe Tom Simon ist jedoch optimistisch, dass das Miteinander künftig harmonischer verlaufen wird.
Er erinnert dabei an die geltenden Regeln: "Das Problem ist seinerzeit mal gewesen, dass um zwei Uhr nachts und mitten in der Woche die Bassboxen herausgeholt wurden und gefeiert wurde. Es gibt jedoch eine Gesetzgebung, die ab 22 Uhr einen gewissen Geräuschpegel vorschreibt. Dieser gilt nicht nur hier am Bahnhofscafé, sondern für alle Terrassen in Raeren sowie in den umliegenden Gemeinden."
Ab dem 10. April können sich Besucher selbst ein Bild vom neuen Wind am Bahnhof machen. Dann lädt Jesse Drouven offiziell zur ersten Erfrischung der Saison ein.
Manuel Zimmermann
Endlich tut sich was positives. Viel Erfolg und gutes Gelingen.
Aber: wenn nachts um 04:00 Uhr die Kirmesboxen in Eynatten das Dorf wach halten, interessiert das auch keinen.