Ferienhäuser, Gästezimmer oder Unterkünfte vom Typ Airbnb: Es gibt immer mehr von ihnen - und genau das beschäftigt lokale Behörden und Fachleute des Sektors. Ein interkommunales Treffen fand nun auf Initiative der Vereinigung der Hotels und Restaurants von Spa und Umgebung statt.
"Wir haben eine genaue Bestandsaufnahme der Betriebe auf unserem Gebiet gemacht. Wir sind auf 340 Unterkünfte gekommen, was knapp 2.000 Zimmern entspricht, also mehr als 4.000 Personen, die in Spa und Umgebung untergebracht werden können", sagt Thierry Granville, der Präsident der Hotel- und Restaurantvereinigung Spa und Umgebung. "Und wir haben festgestellt, dass von den 340 Unterkünften nur etwa siebzig tatsächlich registriert waren."
Die Hotel- und Restaurantvereinigung Spa und Umgebung beklagt unter anderem, dass sich diese "wilden", nicht registrierten, Ferienhäuser, wichtigen Kontrollen entziehen. So zum Beispiel Feuerwehrkontrollen, Brandschutzkontrollen, Kontrollen der Gasinstallationen oder der elektrischen Anlagen.
"Wir legen großen Wert auf Sicherheit. Denn wenn Sie Menschen bei sich aufnehmen - egal wie viele - übernehmen wir die Verantwortung. Der Tourist muss wissen, dass er in Sicherheit ist und dass alles unternommen wird, um sowohl den Sicherheitsanforderungen als auch einem qualitativ hochwertigen Empfang gerecht zu werden", sagt Thierry Granville.
Doch in sehr touristischen Gemeinden geht die Frage über den rein regulatorischen Rahmen hinaus. Hinter dem Aufschwung der Ferienunterkünfte sprechen die betroffenen Gemeinden auch vom Druck auf den Wohnungsmarkt und vom Gleichgewicht zwischen Bewohnern und Touristen.
"In Stavelot stellen wir fest, dass wir eine enorme Aufnahmekapazität haben. Wir verfügen insgesamt über 3.166 Betten", so der Bürgermeister von Stavelot, Fabien Legros. "Ich denke also, es war auch an der Zeit, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um Wohnraum für junge Haushalte zu erhalten, die ihr Leben in unserer Gemeinde beginnen."
Für die Gemeinden besteht die Herausforderung nun darin, mit einer Stimme zu sprechen und regulatorische Praktiken auf dem gesamten Gebiet zu harmonisieren.
"Es gibt keine Leitlinie. Deshalb denke ich, dass, wenn alle Gemeinden und auch die Region sich hier engagieren wollen, man wirklich etwas Anerkanntes schaffen muss und auch ein Instrument haben muss, um gegen diejenigen vorzugehen, die nicht konform sind", sagt Cédric Defosse, Tourismusschöffe in der Gemeinde Theux.
Das Treffen zwischen den Gemeindevertretern und der Hotel- und Restaurantvereinigung macht deutlich: Die Gemeinden Theux, Jalhay, Stavelot und Spa wollen die touristische Entwicklung künftig besser steuern - und dabei sowohl die Lebensqualität der Einwohner als auch die Sicherheit der Besucher im Blick behalten.
Auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es Ferienunterkünfte, die nicht registriert sind. Tourismusminister Gregor Freches erklärte auf Nachfrage, dass das Ministerium in engem Kontakt mit den Gemeinden arbeite, um die "schwarzen Schafe" aufzuspüren. Nur so könne ein klarer und fairer Wettbewerb auf dem Wohnungsmarkt erfolgen.
Dogan Malicki/Vedia