Bisher wurde eine Anklage im Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen bei der Polizeizone Weser-Göhl eingereicht, und zwar am Freitag, so die Polizei. Dabei handelt es sich um Personen einer Gruppe, die vermuten, dass ihnen solche Tropfen verabreicht wurden. Um diesen Fall kümmert sich nun die Staatsanwaltschaft.
Das Krankenhaus in Eupen berichtet auf BRF-Nachfrage, dass über Karneval kein Fall mit Verdacht auf K.-o.-Tropfen behandelt wurde. Von einer Häufung der Vorfälle könne man nicht sprechen, so die Polizei.
Und auch Grund zur Sorge gebe es erst einmal nicht, sagt Ralf Niggemann, Leiter der Kriminalpolizei der Zone Weser-Göhl. "Ich denke, man kann in Eupen und in ganz Ostbelgien beruhigt feiern. Man sollte zwar immer auch aufpassen und das eigene Verhalten sowie das anderer im Blick haben, aber ausgelassenen Feierlichkeiten steht in Ostbelgien erst mal nichts im Weg."
Trotzdem ist es der Polizei wichtig zu sagen: Sollte es zu Vorfällen mit K.-o.-Tropfen kommen, werden diese sehr ernst genommen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann auch Vorsorge getroffen werden. Man sollte laut Polizei immer versuchen, in einer Gruppe und nicht alleine unterwegs zu sein. Außerdem sollte man abgestellte Getränke nach mehreren unbeobachteten Momenten nicht mehr trinken.
Es gibt außerdem Testbändchen, die auch bei uns über Karneval verteilt wurden. Sie können dabei helfen, die K.-o.-Tropfen-Substanz GHB im Getränk festzustellen, indem sie sich blau verfärben, wenn man etwas von dem Getränk darauf träufelt. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn es gibt noch andere Stoffe, die als K.-o.-Tropfen missbraucht werden können. Die Testbändchen verfärben sich auch beim Kontakt mit normalem Wasser – zum Beispiel beim Händewaschen oder bei starkem Regen – blau, was eine gewisse Verwechslungsgefahr birgt.
Wenn trotz aller Vorsicht doch der Verdacht entsteht, dass K.o.-Tropfen verabreicht wurden, dann ist laut Ralf Niggemann vor allem Schnelligkeit wichtig. "Sollte ein solcher Verdacht bestehen, dann sollte man sofort die nächste Polizeidienststelle aufsuchen und sich auch medizinisch untersuchen lassen. Das sollte möglichst zeitnah passieren, denn diese Substanzen werden vom Körper sehr schnell abgebaut - oft hat man nur ein Zeitfenster von sechs bis zwölf Stunden, um den Nachweis zu erbringen."
Annika Deist