Los ging es dieses Mal nicht am Schilsweg in der Unterstadt, sondern im Seisselevedel am Alten Malmedyer Weg. Dort steht auch das frisch geschmückte Amberbäumchen: das Bäumchen der Au Wiever. Als Zeichen der Verbundenheit zur Eupener Unterstadt.
Mitten im Getümmel: Prinz Patrick I. Er gab den Alten Weibern Schnäppschen aus. Den Altweibertag findet er einfach toll: "Für mich ist schön, dass ich ungezwungen mitgehen kann, ass ich einfach dazwischen sein kann und keine Pflichten habe. Für die Alten Weiber finde ich toll, dass die heute einfach mal raus können, sie die Sau rauslassen können und einfach feiern können, ohne dass darüber geurteilt wird. Und das finde ich toll!"
Nach einem Jahr Pause ging es dieses Jahr endlich wieder ins Josephsheim. Letztes Jahr musste die Station wegen einer Polizeiaktion in der Innenstadt ausfallen. Mehrere Verdächtige wurde inzwischen festgenommen. Doch das ist jetzt vergessen. An diesem Altweiberdonnerstag geht es nur noch um Karneval. Zeit, alle zu verwöhnen: "Es gibt natürlich Berliner und die üblichen Leckereien, die es zu Karneval gibt. Sicher auch mal das eine oder andere Eierlikörchen und was das Herz gerade begehrt", sagt Aline Schram.
In Eupen wird gefeiert und der Regen ist… fast vergessen. Stärkung gibt's immer wieder auch am Straßenrand. "Das ist die Tradition von Eupen. Ich weiß, ich als kleines Bützchen, musste schon hier Würstchen kaufen kommen und das Rezept ist geblieben. Und das ist wirklich fantastisch. Also es ist ein bisschen Werbung vielleicht. Aber es macht auch Spaß mit den alten Weibern, bisschen locker das Ganze. Ja, Alaaf!"
Am Clown wurde geschunkelt und gesungen. Das Altweiberkomitee kann von sich behaupten: Mission geglückt: "Das ist für uns ein ganz toller Tag. Schon immer gewesen. Und das Wetter bringt uns nicht davon ab, trotzdem auch hier zu feiern", spricht ein Altes Weib aus, was viele denken.

Pünktlich um 11:11 Uhr kam der Tross der alten Weiber am Rathaus an. "Dein Eupen wird bunter" war das Motto der Stadtverantwortlichen. Ausgetauscht wurden spitze Worte und auch Blümchen.
Die Schlüsselübergabe ließ auf sich warten. Doch kurz vor 12 Uhr halten die Au Wiever den Schlüssel endlich in Händen. Und sie haben eine Botschaft an alle Jecken: "Für die jecken Tage, wo so bescheidenes Wetter gemeldet ist, würde ich auf jeden Fall sagen: Frohsinn und Humor hilft in jeder Lebenslage. Auch jetzt und vor allem zu Karneval. Wir machen einfach das Beste draus", ist das Motto von Andrée Leffin-Schoonbroodt.
Simonne Doepgen