"Es ist total verständlich, dass Gemeinderatsmitglieder erst mal ruhiger sind und mal schauen müssen, wie das dann alles so läuft im Gemeinderat. Ich und auch die Kollegen aus dem Kollegium haben auch immer versucht zu motivieren, also dass man dann auch seine Meinung kundtut", sagt Daniel Franzen.
"Natürlich sollte man dann auch überlegen, wie man diese Meinung vertritt und diese auch argumentiert. Aber dass es zu Diskussionen kommt und dass es dann auch zu anderen Meinungen kommt und dass nicht immer angenommen wird, was wir als Kollegium vorlegen, ja, das finde ich eine sehr positive Sache und zeigt, dass wir weiterhin auch diskutieren können."
Und Gründe zur Diskussion gab es viele - vor allem wenn es um das Thema Straßenbedingungen in der Gemeinde geht. Ein leidiges Thema, und das schon seit einigen Jahren... Die Gemeinde würde hier gerne mehr Geld investieren.
"Ungefähr 18 Millionen Euro müssten wir dort investieren, um alles aufzufangen. Denn da ist nicht nur einfach mit fräsen und neuer Farbe alles erledigt, sondern da muss auch ein kompletter Unterbau erneuert werden. Wir müssen überlegen, welche Investitionen wir tätigen können, und mit welchen Projekten wir das kombinieren können."
Ein Beispiel von einer Straße, die jetzt erneuert werden soll, wäre die Lindenallee in Bütgenbach. Im kommenden Jahr sind dann auch die Feldstraße und Bermicht in Nidrum dran. Straßen, die es mehr als nötig haben, so der Bürgermeister. Ein Straßenbauprojekt, dass ebenfalls oft im Gemeinderat genannt wird und das dieses Jahr weiter voranschreitet, ist das Projekt Lagerstraße-Trierer Straße in Elsenborn.
"Was lange währt, wird endlich gut. Wir haben jetzt diese Woche die Planung erhalten und die sieht vor, dass dann im April die ersten Arbeiten starten. Im vergangenen Jahr wurden die Lastenhefte angenommen, die Budgets vorgesehen und der Zuschlag an Unternehmen erteilt. Jetzt sind dann die ersten Versammlungen abgehalten worden."
Vorerst kein Dorfkernerneuerungsprojekt in Nidrum
Das Dorfkernerneuerungsprojekt im Rahmen der Ländlichen Entwicklung in Nidrum wird nicht wie geplant durchgeführt. Ende 2023 hatte die Gemeinde bereits eine Garage im Ortskern von Nidrum angekauft, um dort eine veränderte Verkehrsführung zu testen. Jetzt wurde das Projekt in seiner geplanten Form gestrichen.
Bütgenbachs Bürgermeister Daniel Franzen nennt zwei Gründe für diese Entscheidung: "Es sind einmal die hohen finanziellen Mittel, die da benötigt würden seitens der Gemeinde, aber auch ein gewisser Unmut in der Bevölkerung in Nidrum, die jetzt mehrmals öffentlich mitgeteilt haben, dass sie das Projekt in dieser Form nicht wünschen. Und doch lieber sehen würden, dass man in andere Dinge investiert. Also dass der Bedarf für das damals ausgearbeitete Projekt jetzt nicht so groß ist, aber eben dann doch ein Investitionsbedarf in Nidrum besteht, aber eben dann in anderen Bereichen."
In Elsenborn möchte die Gemeinde zwar weiterhin den Platz am Kiosk und Spielplatz aufwerten, sicher ist aber auch hier nicht, ob das Projekt in der geplanten Größenordnung durchgeführt werden kann. Momentan beraten die Gemeinderatsmitglieder in internen Ausschüssen über das weitere Vorgehen in Elsenborn.
Ausführliches Radio-Interview mit Daniel Franzen im Player:
Robin Emonts