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Göhlregion setzt auf besseren Hochwasserschutz

04.02.202607:57
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  • Niederländisch-Limburg
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Belgische Gemeinden und WRL unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zum Hochwasserschutz
Bild: Lindsay Ahn/BRF

In diesem Jahr jährt sich die Flutkatastrophe von 2021 zum fünften Mal. Damit sich so etwas nicht wiederholt, arbeiten die Gemeinden Welkenraedt, Kelmis, Raeren, Lontzen und Bleyberg mit der Organisation "Wasserveiligheid en Ruimte Limburg" zusammen. Am Dienstagnachmittag haben die Partner eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben, die die Wassersicherheit in der Göhlregion erhöhen soll.

Die WRL wurde nach der Flutkatastrophe von 2021 gegründet und koordiniert in Niederländisch-Limburg Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Raumplanung. Schon vor einigen Jahren war die Organisation auf die belgischen Gemeinden im Einzugsgebiet der Göhl zugegangen. Denn durch den Verlauf des Flusses ist die Hochwassersicherheit in den Gemeinden Süd-Limburgs direkt abhängig von den Maßnahmen, die in Belgien getroffen werden.

"Das Wasser hält sich nicht an Landesgrenzen und jeder Tropfen Wasser, der hier in Belgien fällt und den wir hier in Belgien festhalten können, der kommt nicht zu uns nach Limburg und der kann da auch kein Problem für die Sicherheit werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir wie gute Nachbarn zusammenarbeiten, auch über die Grenzen hinweg", erklärt Michael Theuns von der WRL. Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Mai 2024 folgte nun eine Kooperationsvereinbarung, die die Zusammenarbeit konkretisieren soll.

Mit der bisherigen Kooperation zeigt sich Theuns zufrieden. In den vergangenen zwei Jahren habe man durch regelmäßige Treffen ein stabiles Vertrauensverhältnis aufgebaut mit dem man nun in die Umsetzung konkreter Maßnahmen starten könne. Insgesamt können die Partner auf 21 Lösungsansätze zurückgreifen – darunter die Sicherung von natürlichem Grasland oder die gezielte Ableitung von Wasser von Straßen und Wegen. Der Fokus liegt vor allem auf naturbasierten Maßnahmen.

In verschiedenen Gemeinden stehen schon konkrete Ansätze fest, zum Beispiel in Kelmis. "Für die Gemeinde Kelmis geht es zum Beispiel um das Gebiet rund um die Rochuskapelle. Dort geht es konkret um Regenrückhaltebecken, die dort zur Verfügung gestellt werden können", erklärt Bürgermeister Daniel Hilligsmann. "Wichtig ist, dass die Maßnahmen, die wir treffen, immer naturbasiert sind und das Ganze soll auch immer in einem zusammenhängenden Kontext stattfinden. Das ist kein Flickwerk, wo eine Gemeinde etwas alleine macht und eine andere Gemeinde dann eine Maßnahme ergreift, die dem widerspricht. Wir werden zusammen etwas Logisches ausarbeiten, das koordinieren und es dann umsetzen."

Bild: Lindsay Ahn/BRF

Damit die jeweiligen Maßnahmen sich gut ergänzen, findet auch eine gemeinsame hydrologische Studie statt. Zudem helfen die Erkenntnisse, die einzelne Gemeinden in der Vergangenheit durch eigene Studien gesammelt haben. So fand in der Gemeinde Raeren beispielsweise schon eine Studie durch die RWTH Aachen statt, in der die Ereignisse aus dem Jahr 2021 nachgestellt wurden. An der jetzigen Zusammenarbeit ist auch die Provinz Lüttich beteiligt.

Insgesamt investieren die Partner rund 490.000 Euro in den gemeinsamen Hochwasserschutz. Den größten Anteil trägt die WRL mit etwa 320.000 Euro. Die Gemeinde Kelmis beteiligt sich mit rund 106.000 Euro, Lontzen und Bleyberg mit jeweils etwa 30.000 Euro. Raeren ist aktuell noch nicht finanziell beteiligt. "Wir haben das Quellgebiet der Göhl in Hauset und Eynatten und daher nur eine relativ kurze Strecke der Göhl. Ich habe zwar selber auch Ideen im Auge, was man in dem Bereich schon tun könnte, aber das müssen die Techniker in dem Verbund in Zukunft bewerten. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ein Projekt dann auch auf Raerener Seite und dann werden wir natürlich auch da finanziell mit einsteigen", so der Raerener Bürgermeister Mario Pitz. Auch für Welkenraedt scheinen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Investitionen vorgesehen zu sein.

Das Ziel der Partner ist in jedem Fall klar: Der Hochwasserschutz an der Göhl soll künftig nicht mehr an Gemeinde- oder Landesgrenzen halt machen.

Lindsay Ahn

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