"Der Unmut über die angekündigten Sparmaßnahmen der Wallonischen Regierung ist einfach zu groß", erklärte der CGSLB-Delegierte der TEC Eupen, Jimmy Lenaerts, bei einer Pressekonferenz Donnerstagnachmittag im Eupener Busdepot.
"Warum? Weil der Minister beschlossen hat, Einsparungen zu machen. In Höhe von 20 Millionen Euro bis 2029. Wir wehren uns dagegen, weil diese Einsparungen hauptsächlich auf dem Rücken der Basis - also bei uns Fahrern - gemacht werden."
Im Rahmen der Sparmaßnahmen werden bestimmte Vorteile, auf die die Fahrer Anrecht haben, gestrichen. Zum Beispiel einen Ausgleichsfonds für Krankheitsfälle, in den die Busfahrer aber selbst über Jahre hinweg eingezahlt haben. Ein weiterer Punkt, gegen den sich die Angestellten wehren, ist die Einführung eines Minimaldienstes. Das sehen die Busfahrer als Eingriff in ihr Streikrecht. Sie wehren sich auch gegen Pläne, mehr Buslinien zu privatisieren.
"Ein Streik kommt ja nicht einfach so. Es gibt immer gute Gründe dafür. Sowieso wird immer erst verhandelt und wenn die nicht fruchten, dann zeigen wir erst unseren Unmut und streiken", ergänzt Jimmy Lenaerts.
Bei der TEC Eupen streiken alle 40 Fahrer. Seit Montag verlässt kein Bus das Depot an der Herbesthaler Straße. Auch die privaten Busunternehmen, die für die TEC fahren, wurden aufgefordert, sich am Streik zu beteiligen. Das Depot von Keolis in Kelmis wurde Dienstag und Mittwoch blockiert. Donnerstag konnten die Busse zwar rausfahren, aber sie durften gewisse Punkte, wie zum Beispiel den Eupener Bushof, nicht anfahren.
"Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass die Kollegen von den privaten auch erhebliche Lohnausfälle haben. Ich weiß nicht, ob sie von der Gewerkschaft einen Ausgleich bekommen. Es bleiben weiterhin unsere Kollegen und die wollen wir ja nicht bestrafen."
Am Donnerstagnachmittag sei der Eupener Bushof auch von privaten Bussen nicht angefahren worden, sagte ein Sprecher von Keolis. Die Streikposten der TEC hätten den Eupener Bushof aber kurz vor 16 Uhr wieder frei gegeben.
Der zuständige Minister, François Desquesnes (Les Engagés), hat laut Gewerkschaften bisher nicht auf deren Forderungen reagiert. Er sei nicht zu der Versammlung erschienen und habe lediglich eine weitere Verhandlungsrunde angesetzt.
Freitag steht eine Großkundgebung in Namur an. Ab 10:30 Uhr wollen sich TEC-Mitarbeiter aus der ganzen Wallonie in Jambes vor dem Hauptsitz der öffentlichen Transportgesellschaft der Wallonie (OTW) versammeln. Danach soll es eine weitere Versammlung mit dem Kabinett des zuständigen Ministers geben. Vom Ausgang dieser Versammlung hänge ab, ob der Streik weitergehe oder nicht, hieß es.
Die Störungen im TEC-Netz werden in der TEC-App und auf der Internetseite der TEC laufend aktualisiert.
ake/dop






Zitat dem Text :
"...Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass die Kollegen von den privaten auch erhebliche Lohnausfälle haben. Ich weiß nicht, ob sie von der Gewerkschaft einen Ausgleich bekommen. Es bleiben weiterhin unsere Kollegen und die wollen wir ja nicht bestrafen."
Die privaten Busfahrer sind also ein Opfer dieses Streiks.Das ist schon ein "richtig dicker Hund".Wenn Jimmy Lenaerts noch nicht mal weiß, ob die privaten Busfahrer etwas bekommen von einer Gewerkschaft, ist das schon vielsagend.Es bedeutet, dass die sich nicht interessieren für ihre privaten Kollegen und dass es auch keine Kommunikation gegeben hat.Schon ziemlich egoistisch.