Mitunter bringt ein neues Jahr auch neue Klarheit. So weiß die Stadt St. Vith nun zumindest, woran sie ist mit ihrer Resolution gegen die geplante Schließung des Finanzamtes in der Klosterstraße.
"Wir haben vorletzte Woche eine Antwort bekommen von Innenminister Jan Jambon, worin er erklärt, warum dieses Büro in St. Vith geschlossen wird. Man sei aber dabei zu prüfen, ob man hier eine Permanenz einrichten könnte, damit die Leute auf Terminanfrage ihre Steuerangelegenheiten besprechen können", sagt Bürgermeister Werner Henkes.
Davon abgesehen hat St. Vith mit dem Krankenhaus, den Schulen oder dem Einzelhandel eine Rolle für das ganze Umfeld zu spielen, das weit über die Gemeinde hinausreicht. Darum will Werner Henkes die nach wie vor solide Haushaltssituation im Vergleich zu anderen Gemeinden nicht überbewerten:
"Wir haben auch einen Verwaltungsapparat, der nicht so breit aufgestellt ist, wie er anderswo vielleicht aufgestellt wäre. Natürlich haben wir vielleicht im Verhältnis zum Norden die eine oder andere Einnahme, die es im Norden nicht gibt, aber wir haushalten auch entsprechend. Und wir müssen ja auch Geld investieren in die Gemeinde."
Die Zentrumsfunktion von St. Vith bringt auch mehr Verkehr. Seit längerem ist ein Konzept zur Mobilität in der Planung. Werner Henkes erinnert daran, dass neben den Stadtratsmitgliedern aber auch viele andere Akteure, wie die Geschäftsleute, die Verkehrsnutzer und die Polizei mitgenommen werden müssten - und im Falle der zentralen Achse natürlich auch die Wallonische Region als zuständige Behörde:
"... wenn es darum geht, eventuell einen Teil der Hauptstraße als Einbahnstraße umzufunktionieren. Und das könnten wir machen im Einverständnis mit der SPW, wenn wir dafür eine Polizeiverordnung und eine Autorisierung haben. Bevor wir loslegen, müssen wir aber alle mitnehmen, die davon betroffen wären: sowohl die Anwohner als auch die Geschäftswelt und auch alle, die jeden Tag durch St. Vith fahren."
Die Stadtverantwortlichen in St. Vith müssen aber auch an die Dörfer in der Gemeinde denken, etwa in dem sie an Dorfschulen festhalten, da wo die Schülerzahlen "es hergeben", wie Henkes sagt. In Emmels geht der lange geplante Neubau der Schule in die Endphase.
"Ich war heute Morgen noch in Emmels. Die Fortschritte sind sehr gut sichtbar und man ist auch voll im Soll. Das hat man mir heute Morgen noch versichert, sodass wir effektiv zum neuen Schuljahr in Emmels aus den Containern raus und in die neue Schule rein können. Das wird ein ganz modernes, sehr schönes, geräumiges Gebäude, wo alle sich ganz bestimmt sehr wohlfühlen werden."
Gleichzeitig muss sich der Stadtrat auch mit anderen Zukunftsaufgaben auseinandersetzen. Die Erfahrung mit den Starkregenereignissen 2018 und 2021 lehrt die Verantwortlichen vorzusorgen, unter anderem an der Our in Schönberg.
"Es ist damit nicht getan, dass wir eventuell in Schönberg Mauern hochziehen, sondern wir müssen unbedingt darauf achten, dass wir vielleicht sogenannte ZIT, temporäre Auslaufzonen für Wasser, aufbauen. Da muss aber noch vieles passieren, in Verbindung natürlich mit den Landwirten oder mit den Eigentümern der Parzellen, wo man solche Zonen ausbauen könnte..."
Und auch darüber hinaus gibt es ein paar Stellen in der Gemeinde, wo jeweils angemessene Lösungen entweder schon angepackt wurden oder noch anstehen. Ob in der Stadt oder in den Dörfern.
Ausführliches Radio-Interview mit Werner Henkes im Player:
Stephan Pesch