Karnevalssonntag in Raeren, Rosenmontag in Eupen oder Kelmis: Die Jecken haben sich diese Termine längst im Kalender mit einem dicken Rotstift markiert. Doch bevor die Umzüge starten können, stehen noch einige Vorbereitungen an: Karnevalsgruppen müssen korrekt versichert sein, Wagen werden technisch überprüft.
In Raeren findet am vierten Februar ein Treffen mit den Vorständen der Karnevalsgruppen statt. Auch dort werden Richtlinien besprochen – ein Technoverbot gehört allerdings nicht dazu, sagt Bürgermeister Mario Pitz.
"In Raeren ist in dieser Hinsicht nichts geplant. Das Thema wurde bisher nicht an uns herangetragen. Außerdem gibt es in unserer Gemeinde seit rund zehn bis fünfzehn Jahren keine Kapellen mehr, die an den Straßenumzügen teilnehmen."
Genau diese Kapellen sind andernorts ein Knackpunkt. In der Eifel nehmen deutlich mehr Musikvereine an den Umzügen teil. Sie fühlten sich durch laute elektronische Musik zunehmend akustisch an den Rand gedrängt – einige drohten sogar, ganz fernzubleiben. Ein Grund, warum die fünf Bürgermeister dort nun die Notbremse gezogen haben.
In Eupen ist die Arbeitsgemeinschaft Karneval für die Zugleitung zuständig. AGK-Präsident Kay Delsemmé betont, dass Musik, wie sie bei der Eupener Afterparty gespielt wird, während des Zuges natürlich tabu sei.
"Das Abspielen reiner Techno-Musik ist bei uns auch untersagt. Das steht auch schon seit langer Zeit genauso in unseren Teilnahmebedingungen. Uns ist bewusst, dass die musikalischen Grenzen heutzutage fließend sind. Nahezu jedes bekannte Lied hat einen Remix. Generell sollte aber alles einen karnevalistischen Rahmen haben. Wir organisieren einen Karnevalszug und keine Loveparade. Solange die Gruppen wieder mit gesundem Menschenverstand an die Sache gehen, ist alles super. Vor allem auf die Lautstärke sollte man achten. Und ja, 'Wackelkontakt' darf gespielt werden."
Und wie sieht es beim Rosenmontagszug in Kelmis aus? "Es wird bei uns keine Verbote geben, wie sie im Süden der DG beschlossen wurden. Wir verfolgen seit vielen Jahren eine offene Philosophie. Das Komitee empfiehlt traditionelle Karnevalsmusik. Es wird Dezibel-Messungen geben – und wenn übertrieben wird, kann ein Wagen auch aus dem Zug genommen werden", sagt Bürgermeister Daniel Hilligsmann.
Dogan Malicki