Bei der Bahn richtet sich der Protest gegen mehrere Maßnahmen der Föderalregierung: unter anderem gegen die geplante Rentenreform, das Ende der Verbeamtung ab Juni 2026 und den "Abbau des Sozialdialogs". Auch die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr solidarisierten sich.
"Im öffentlichen Personennahverkehr wird gestreikt, weil sie auch von der Rentenreform betroffen sind. Aber auch wegen Kürzungen der Mittel oder der Reorganisation der Arbeitszeit und Buslinien. Das sind alles Gründe, weshalb der Sektor sich solidarisch erklärt hat, um mit dem Bahnsektor zu streiken", sagt Laurie Van Isacker, regionsübergreifende Sekretärin der FGTB.

Während sich im Süden des Landes - vor allem in der Wallonie - erhebliche Einschränkungen abzeichnen, ist die Situation in Ostbelgien etwas entspannter. Viele Busunternehmen fahren dort im Auftrag der TEC oder im Rahmen von Verträgen mit der DG. Unternehmen wie Blaise (St. Vith), Zeimers (Heppenbach), Satarcom und Wergifosse (Waismes) haben signalisiert, dass sie keinen Arbeitsausstand planen. Ein Unternehmer kommentierte: "In den Eifelgemeinden wird nie gestreikt, auch wenn 30 Zentimeter Schnee liegen."
Allerdings können Streikposten an Depots vereinzelt zu Behinderungen führen. Schüler und Pendler in Ostbelgien dürfen jedoch größtenteils mit normalem Busverkehr rechnen - außer bei Linien, die direkt von TEC-Depots in Eupen, Verviers oder Lüttich abhängen.
Doch der kommende Streik ist nur der Auftakt. Am 30. Januar rufen die Gewerkschaften landesweit zum Streik im gesamten öffentlichen Dienst auf. "Am 30. Januar wird in ganz Belgien der gesamte öffentliche Dienst streiken. Und es wird verschiedene Demonstrationen geben, sei es in Namur, Brüssel oder Antwerpen", so Van Isacker weiter. "Das betrifft Ministerien, parastatale Einrichtungen und die Gemeindeebene."
Laut FGTB-Gewerkschaftskalender geht es danach Schlag auf Schlag: Aktionen des nichtkommerziellen Sektors am 3. Februar, weitere Provinzialaktionen am 5., 10. und 12. Februar sowie eine große überberufliche Demonstration am 12. März in Brüssel. Auch die Christliche Gewerkschaft CSC plant einen eigenen Aktionstag für den öffentlichen Dienst am 10. Februar. Belgien erlebt also einen turbulenten Winter - der Frühling dürfte nicht ruhiger beginnen.
Manuel Zimmermann
Die Gewerkschaften der TEC leben in einer Blase. Begreifen die Realität nicht. Je öfters gestreikt wird, um so unbeliebter machen sich die Gewerkschaften.
Nicht die Regierung wird durch den Streik getroffen, sondern Otto-Normalverbraucher, der mit dem Bus zur Arbeit fährt und zum Arzt muss. Und die wenigsten haben Verständnis für die Privilegien der TEC Mitarbeiter. Die können genauso gut mit dem gleichen Alter in Rente gehen wie jeder Arbeitnehmer.
Mit diesen Streiks wollen die Gewerkschaften ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellen. Das ist alles. Die Maßnahmen der Regierung dienen nur als Vorwand.