Lara Bongartz und ihre Freunde hegen schon lange den Wunsch, die Blauen Funken wiederzubeleben. Als Kind habe sie schon in der Kleinen Garde der Karnevalsgesellschaft getanzt. "Wir haben so viele gute Erinnerungen daran. Schöne Momente haben wir verbracht. Es gibt tolle Fotos aus der Zeit. Das ist einfach eine große Herzensangelegenheit. Das liegt uns und für uns gibt es keinen anderen Verein und keine schöneren Uniformen."
Leute zusammenbringen und wieder ein Gemeinschaftsgefühl herstellen - das ist ihr Ziel. Dafür engagiert sich die vierköpfige Planungsgruppe. "Wir haben in der Anfangsphase eng zusammengearbeitet und sehr viel Zeit reingesteckt. Das tun wir auch noch immer. Durch unseren Freundeskreis haben wir auch neue 'Jungfunken' gefunden, die ein großes Interesse daran haben, den Verein mit uns wieder aufzubauen. Das ehrenamtliche Engagement scheint bei den Jüngeren wie bei den Älteren wieder vorhanden zu sein, was die ganze Sache leichter macht."
Vor einigen Monaten hat die Planungsgruppe die Vereinsgründung in Angriff genommen. Der Vorstand steht schon mal. Jetzt gilt es, alte Kontakte aufzunehmen und neue Mitglieder zu gewinnen. Lara Bongartz freut sich über das große Interesse. "Das Feedback ist wirklich gut. Darüber freuen wir uns immens. Es wird uns viel Hilfe angeboten, auch von den anderen Vereinen. Das motiviert uns umso mehr. Wir hoffen, dass es Früchte trägt und auch junge Leute den Weg zu uns finden. Wir wollen die Brücke schlagen zwischen Tradition und Moderne."
Daran war der Verein zuletzt gescheitert und hatte deswegen vor fünf Jahren die Auflösung beschlossen. Mit neuem Schwung nehmen Lara und ihre Freunde die Herausforderung an, die Blauen Funken wieder aufzubauen. "Ich glaube, das Wichtigste ist, Flexibilität zu zeigen. Gerade bei den Jüngeren, die vielleicht keine Lust haben, sich dauerhaft zu verpflichten und bei jedem Auftritt dabei zu sein. Man könnte zum Beispiel sagen 'Ok, dann bist du nur beim Einmarsch dabei und darfst dann wieder nach Hause'. Dass wir einfach Verständnis aufbringen für familiäre und berufliche Verpflichtungen, Offenheit zeigen und auch moderner werden in der Kommunikation, zum Beispiel über WhatsApp."
Ein Traum wäre es für Lara und ihre Freunde, auch die alten Kutschen des Vereins wieder in den Eupener Karnevalszug zu bringen. Da die meisten Wagen verkauft wurden, steht das aber noch in Frage. "Kommen wir überhaupt an die Kutschen? Dann müssten sie wahrscheinlich auch noch restauriert werden. Dann ist die Frage: Dürfen wir sie noch mit Pferden ziehen? Soweit ich weiß, ist das nicht mehr der Stand der Dinge und Pferde dürfen nur noch beim Prinzenwagen eingesetzt werden. Wir müssen mal schauen, ob wir eine Alternative finden. Wir sind in Kontakt mit den Blauen Funken aus Köln, die uns Tipps geben können, wie wir das umsetzen können."
Es gibt noch einiges zu klären und zu organisieren, bevor die Blauen Funken wieder im Eupener Karneval aufmarschieren. Das Ziel der Planungsgruppe ist es, auf jeden Fall bei der nächsten Sessionseröffnung im November dabei zu sein und 2027 im Eupener Rosenmontagszug mitzuwirken. Wer Interesse daran hat, bei den Blauen Funken mitzumachen, kann sich per Mail bei den Blauen Funken melden. In diesem Jahr werden die jungen Karnevalisten noch in ihren aktuellen Vereinen und Traditionsgesellschaften feiern.
Michaela Brück