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Wenn das Tattoo zur Last wird: Entfernung mit Laser in Vaals

06.01.202609:19
  • Niederländisch-Limburg
Kundin Yvonne Frank hat ihren Arm auf den Behandlungstisch gelegt, Marcel Wanders schmiert ihn mit einer Betäubungscreme ein
Kundin Yvonne Frank möchte ihr Tattoo entfernen lassen (Bild: Annika Deist/BRF)

Es kann die Mickey Mouse sein, die man mit 18 noch schön fand, das weltberühmte Geweih über dem Steißbein oder auch einfach ein nicht besonders talentierter Tätowierer. Es gibt viele Gründe, warum Menschen mit ihren eigenen Tattoos nicht mehr zufrieden sind. Eine Möglichkeit, ein ungeliebtes Tattoo wieder loszuwerden, ist das Lasern.

Der Laser sieht aus wie eine kleine Pistole. Zwischendurch blitzt es. Insgesamt sieht es für den Laien nicht ganz ungefährlich aus, was die Kunden von Marcel Wanders da über sich ergehen lassen. Seit einem Jahr betreibt er das Studio Pure Skin in Vaals. Er beschäftigt sich dort ausschließlich damit, Tattoos oder auch Permanent-Make-up wieder zu entfernen.

"Die meisten kommen wegen alter Tattoos. Der Name des Ex-Partners oder andere Dinge, die sie einfach nicht mehr sehen wollen. Mittlerweile kommen viele auch aus religiösen Gründen. Sie sagen, es passe nicht mehr oder sie wollten ein neues Kapitel im Leben aufschlagen."

Ein weiterer oft genannter Grund ist, dass der Tätowierer keine gute Arbeit geleistet und das Tattoo mehr oder weniger versaut hat. Deshalb ist auch Yvonne Frank nach Vaals gekommen. "Ich wollte eigentlich ein viel feineres Tattoo haben. Es wurde aber viel zu dick gestochen. Außerdem ist es am Handgelenk sehr sichtbar, weshalb ich mich dazu entschieden habe, es wieder entfernen zu lassen." Das Blumenband ums Handgelenk ist gerade mal drei Monate alt und soll jetzt wieder weg.

Zunächst wird die betroffene Stelle mit einer Creme betäubt, die eine halbe Stunde lang einwirken muss. Denn sowohl für das Tätowieren als auch für das Lasern gilt: Ganz ohne Schmerzen geht es nicht, sagt Marcel. "Mit Betäubungssalbe ist es nur ein minimaler Schmerz. Die meisten Leute sagen, das fühlt sich an, als würde ein Gummi gegen die Haut flitschen. Ohne Salbe fühlt es sich an, als würde man sich mit einer heißen Nadel tätowieren."

Während der Behandlung müssen beide eine Schutzbrille tragen, da der Laser schädlich für die Augen sein kann. Der gesamte Vorgang dauert nicht länger als zehn Minuten, in denen sehr viel im Körper passiert. "Die Farbe im Körper wird mit Lichtimpulsen in ganz kleine Partikel zerschossen", erklärt Marcel, "und dann nachher über das Lymphsystem abgetragen. Das geht allerdings nicht von heute auf morgen. Es braucht mindestens fünf Wochen Pause, damit der Körper arbeiten und sich regenerieren kann. Danach geht es zur nächsten Sitzung."

Im Schnitt sind sechs bis acht Sitzungen nötig, je nach Größe und Art des Tattoos. Davon hängt auch der Preis ab. Marcel startet bei 60 Euro für kleinere Tattoos. Dass am Ende gar nichts mehr zu sehen ist, ist zwar möglich, eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Für Yvonne hat es sich jedenfalls gelohnt: Sie ist glücklich mit dem ersten Ergebnis. Auch Marcel ist zufrieden mit seiner Entscheidung, nicht mehr selbst zu tätowieren, sondern Haut von Tattoos zu befreien.

Annika Deist

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