1925 begann die Geschichte des Gewürzherstellers "Le Comptoir des Épices". Der erste Standort des Unternehmens befand sich in Brüssel, ganz in der Nähe des Willebroek-Kanals. Hier entluden die Frachtschiffe ihre Waren aus aller Welt. Im Laufe der Firmengeschichte wechselte die Gewürztheke mehrfach den Besitzer und auch den Standort. Seit 2012 hat die Firma ihren Sitz in Stembert.
"Wir haben wirklich viele Gewürze hier. Sie kommen aus der ganzen Welt. Aber wir haben auch bestimmte Produkte, die aus der Nähe kommen. Ich denke da an den Bockshornklee, Fenchel oder Koriander. Das kommt zum Beispiel alles aus Frankreich", erklärt der Geschäftsführer Jean-Vincent Vériter.
"Gewürze wie Pfeffer kommen natürlich von weiter weg. Da muss man sich in Richtung Madagaskar, Indien oder Sri Lanka umsehen. Ganz besondere Gewürze kommen auch aus Japan. Also wir decken wirklich einen großen Teil der Welt ab."
Seit Beginn der Firmengeschichte hat sich das Unternehmen auf das Mahlen von Gewürzen spezialisiert. Auch die Gewürzmischungen von "Le Comptoir des Épices" sind seit jeher Verkaufsschlager. Manche der Rezepte haben sich seit 1925 nicht verändert.
"Das erste Marketingprodukt der Geschichte ist ziemlich lustig: Es handelte sich dabei um ein Curry, das die Engländer in der Kolonialzeit aus Indien mitbrachten. Sie wollten damit ihre Lust auf Exotik stillen", erklärt die Leiterin für Innovation, Anne Vériter.
"Für viele Menschen war dieses standardisierte Curry lange Zeit die einzige exotische Note, die sie aßen. Aber dieses Curry hatte absolut nichts mit der indischen Küche zu tun und auch nichts mit anderen Currys, den Massalas, wie man sie eigentlich nennen sollte." Le Comptoir des Épices vertreibt heute über 20 verschiedene Currys, aber auch Mischungen mit libanesischen oder japanischen Einflüssen.
Jedes Jahr entwickelt das Unternehmen neue Mischungen und Rezepte. Die Ideen dafür entstehen oft auf Reisen. "Wir versuchen immer eine oder zwei große Reisen pro Jahr einzuplanen. Bei den Reisen wollen wir vor allem die Produzenten kennenlernen. Uns ist das sehr wichtig, um Vertrauen aufzubauen und um sicher zu sein, dass das, was produziert wird, auch mit dem übereinstimmt, was wir hier erwarten", meint Jean-Vincent Vériter.
Seit etwa drei Jahren trägt "Le Comptoir des Épices" auch das BIO-Siegel. Es ermögliche der Firma, ihre Bezugsquellen zu erweitern und die Produzenten intensiver zu begleiten, so Vériter.
Das Ergebnis von 100 Jahren Firmengeschichte kann sich sehen lassen. Über 300 verschiedene Produkte hat das Unternehmen in seinem Sortiment. Auch regionale Brauer, Chocolatiers und Eisdielen zählen zu den Kunden der Gewürztheke.
vedia/la