Es ist 8:20 Uhr. Der Schultag an der BS-TI geht gerade los. Die ersten Schüler sind auf dem Weg zum Unterricht - Zeit, um nachzufragen, ob sie KI im Schulalltag nutzen. "Ja, besonders für Aufgaben im Geografieunterricht", "Ich nutze KI, aber eher selten, nur für Textaufgaben oder Zusammenfassungen", "Ich nutze KI für Zusammenfassungen im Biologieunterricht zu machen".
Es ist also klar: Die KI ist bei den Schülern voll im Schulalltag angekommen. Aber was halten die Lehrer davon? Dominik Piront unterrichtet Deutsch, Englisch, Geschichte und Erdkunde in der Oberstufe an der BSTI. "Die KI kann ein Werkzeug sein, das aber passiv darauf warten müsste, dass wir es nutzen. Ich habe aber ein bisschen die Befürchtung, dass die KI sich dem Menschen aufdrängt und ihn ein bisschen verdrängen wird".
Unterm Strich sieht Dominik Piront die KI als nützliches Werkzeug an - solange sie sinnvoll genutzt wird. Sein Kollege, der Deutschlehrer Siggi Richter, sieht das Ganze etwas anders. "Vorteile sehe ich eigentlich keine. Denken kann man halt immer noch nur mit seinem Geist und seinem eigenen Hirn. Ich weiß nicht, wie die KI uns da helfen kann. Ich denke immer es ist, als würde man einen Roboter anschaffen, den man zum Fitness schickt und dann sagt 'Jetzt habe ich was für meine Gesundheit getan'."
Gefühlt waren die KI-Programme wie ChatGPT und Co. auf einmal da - und haben so einiges auf den Kopf gestellt. Wie können wir KI am besten nutzen? Diese Frage wird sicherlich niemals endgültig geklärt werden.
Auch Gary Jost, Lehrer für Geschichte und Geografie, ist momentan damit beschäftigt, sich ein Bild zu machen. "Ich bin da noch im Diskurs mit mir selber zwischen Vorteilen und Nachteilen von der KI. Da kann ich noch kein Urteil fällen, wie und in welcher Weise die Reise in Zukunft dahin geht."
Und wie blickt der Bildungsminister der DG auf das Thema? Für Jérôme Franssen ist klar, dass der kritische und reflektierte Umgang mit KI an den Schulen unbedingt gelehrt werden muss, "damit unsere Schüler optimal auf das Weitere ihres Lebens vorbereitet sind. Von daher ist es etwas, das wir in Angriff nehmen, gestalten und selbstverständlich zu unserem Vorteil nutzen müssen."
Ob man will oder nicht: In Zukunft werden wir Wege finden müssen, um die KI bestmöglich in den Schulalltag einzubauen. Letztendlich ist es jedem selbst überlassen, wie er mit ChatGPT und Co. umgeht. Es führt aber kein Weg daran vorbei, dass die Schulen einen klaren Rahmen schaffen müssen. Nur so erhalten die Schüler die Chance, die KI als unterstützendes Werkzeug nutzen zu können.
Projekt "Journalist für einen Tag": Angelina Heinen, Lea Paquet und Jana Toussaint von der BS-TI St. Vith