Bei der Fahrschule Justet machen wir eine Fahrstunde mit. Keine leichte Übung, da ich gerade erst 90 Kilometer gefahren bin. Dabei laufen auch noch Kameras und wir sind mit dem Fahrzeug in Eupen unterwegs, das sorgt für Nervosität. Aber unsere Fahrschullehrerin Sonja Homburg weiß, wie sie damit umgehen muss. Sie hat auch den ein oder anderen Tipp für mich. "Viel Sicherheit kommt, wenn man das Auto kennt und das beweist, dass man das Auto beherrscht. Dann kommt die Sicherheit von alleine."
Gang wechseln, Kupplung drücken, Kupplung kommen lassen - das ist schon alles ziemlich kompliziert. Wollen dann nicht viel mehr Schüler den Führerschein mit Automatik machen? "Es ist so, dass wenn man die Prüfung mit Automatik macht, man auch nur Fahrzeuge mit Automatik fahren darf. Deshalb sind es so 90 Prozent der Schüler, die ihre Prüfung mit Schaltwagen ablegen wollen", weiß Sonja Homburg.
Also muss ich wohl wie die meisten mit Schaltgetriebe weiter, wenn ich am Ende zügig meinen Führerschein haben will. Das wollen wir doch alle, oder? Sonja Homburg ist aber noch nicht ganz davon überzeugt, dass heute alle motiviert sind. "Diese Eigeninitiative, die Entscheidungsfreudigkeit lässt nach, für uns ist es schwieriger geworden."

Mehr Manöver
Wir haben mittlerweile das Gelände der Autosécurité erreicht. Hier starten die Schüler in die Fahrprüfung. Damit sind wir wieder bei unserer Anfangsfrage: Wie ist es denn jetzt? Ist die Prüfung schwieriger geworden oder nicht? "Ich habe im Laufe der Jahre nicht den Eindruck bekommen, dass die praktische Prüfungen schwieriger geworden sind. Die Anforderungen sind gleich geblieben, außer dass natürlich mehr Manöver dazu gekommen sind und dass die Manöver in der Stadt sind", erklärt die Fahrschullehrerin.
Das klingt aber gar nicht so einfach. Wie schaffe ich es dann, zu bestehen? "Es wird das Allgemeinbild gesehen und wenn ihr einigermaßen fit seid, das Auto beherrscht und die Verkehrsregeln kennt, ist das eigentlich kein Problem." Was sowieso immer hilft ist üben, üben, üben.
Projekt "Journalist für einen Tag": Elena, Leah und Pierre-Julien von der BS-TI St. Vith