Es ist eine Großbaustelle, die am Neuenhofer Weg unweit der deutsch-niederländischen Grenze das Straßenbild prägt. Der Standort des Unternehmens Johnson&Johnson MedTech wird erweitert. 7.700 Quadratmeter umfasst das bisherige Gebäude, seit dem Spatenstich vor fast einem Jahr entsteht ein weiterer Bau mit zusätzlich 5.500 Quadratmeter Fläche.
Gegründet als Impella Cardiotechnik im Jahr 1997, dann Abiomed, jetzt Johnson&Johnson MedTech, oder kurz J&J. Was ändert sich durch die Namensänderung? "Für den Standort ändert sich insofern nur etwas, als dass man mehr und mehr rot sehen wird - also die Farbe von J&J. Das J&J-Logo auf unserem Gebäude. Ansonsten bleiben wir, wer wir sind in unserer Kultur und in unserem Schaffen", sagt Unternehmenssprecher Christian Pott.
Herstellungsmenge in Aachen soll verdreifacht werden
Das heißt: Es werden wie bisher Herzpumpen gefertigt, die in dieser Form einst auch in Aachen erfunden wurden. "Die kleinste Herzpumpe der Welt", wie Pott sagt. Mit der Errichtung des zusätzlichen Gebäudes soll eine deutliche Steigerung der Herstellung einhergehen, betont Potts Kollege Arkaitz Moro. "Uns ist es wichtig, diesen Standort auch beizubehalten. Das tun wir ja auch und dementsprechend investieren wir ja auch hier. Wir haben es mit dem Anbau tatsächlich auch geschafft, die aktuelle Produktion so perspektivisch zu sehen, dass wir in der Zukunft diese verdreifachen hier vor Ort."
Bis zu 3.000 Herzpumpen pro Woche wären das dann etwa. Oder anders ausgedrückt: Johnson&Johnson MedTech, bisher Abiomed, will in Aachen größer werden und braucht dafür Platz. Bis zu 400 zusätzliche Stellen könnten vor Ort durch die Erweiterung geschaffen werden, so das Unternehmen. Die geografische Lage ist dabei nicht unwichtig.
"Wir haben einen Mehrwert davon, dass wir uns hier in einem Gebiet ganz nah an dem Dreiländereck befinden, wo tatsächlich Belgien, die Niederlande und Deutschland zusammenkommen, weil wir davon profitieren können, dass auch Personen zu uns kommen, die ein Interesse haben, für unser Unternehmen zu arbeiten", erläutert Moro.

Kaum Auswirkungen des Handelskriegs erwartet
In Zeiten von Handelskrieg und Strafzöllen stehen viele Unternehmen mit weltweiter Ausrichtung vor neuen Problemen. Wie blickt man in Aachen auf dieses Thema? Christian Pott antwortet mit einem Hinweis auf die Leitlinien des Mutterkonzerns Johnson & Johnson mit Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. "Dieses Credo ist mehr als 100 Jahre alt - auf der Seite von J&J schon. Und das zeigt eigentlich sehr deutlich, was Kultur ausmacht und was ein Unternehmen ausmacht und dass die nicht unbedingt sozusagen von wechselnden Regierungen ausgemacht wird. Das ist der Kern, der uns ausmacht und der uns weiter voranbringt. Insofern erwarte ich keine großen Auswirkungen auf unseren Standort."
Und an dem ist Mitte des Jahres 2028 die vollständige Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus vorgesehen - in Teilen möglicherweise auch schon vorher.
Moritz Korff